Natalia

Natalia

Krakau
pldeen

Alles begann in der Zeit des Kommunismus, als meine Eltern nach Krakau zogen, um Germanistik zu studieren. Als rebellischer Teenager wollte ich dann alles studieren, nur nicht Deutsch: Geschichte, Zivilisationsstudien, Komposition und schließlich Indologie. Und doch arbeite ich heute hauptsächlich auf Deutsch! Seit 2018 führe ich Touren für Walkative! - der beste Job, den ich je hatte. Davor habe ich unter anderem in der Touristeninformation gearbeitet (glauben Sie mir: Es gibt doch dumme Fragen!) und als Lehrer. Deshalb sind meine Touren auch so interaktiv. Ich stelle meinen Gästen gerne Fragen zu den Themen, über die wir gerade gesprochen haben. Mein Vater ist wahrscheinlich immer noch enttäuscht, dass ich mein Geld mit Witzen verdiene, statt Goethe zu übersetzen. Aber ich liebe meine Arbeit: Ich verbringe den Tag an wunderschönen Orten mit Menschen aus der ganzen Welt.


Es war mir eine große Ehre, als mich das Jüdische Museum Galizien mehrmals einlud, bei Treffen mit Holocaust-Überlebenden für deutsche und britische Studierende zu dolmetschen. Ein weiterer bewegender Moment war der 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau. Gemeinsam mit Kollegen von Walkative! habe ich geholfen, eine Delegation von Überlebenden zu betreuen. Diese persönlichen Begegnungen waren unglaublich berührend.


Ich liebe an Krakau, dass es eine Großstadt ist, die sich trotzdem gemütlich anfühlt. Unter fast jedem Gebäude liegen Schichten von Geschichte, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Besonders am Herzen liegt mir die jüdische Vergangenheit der Stadt. Es schockiert mich heute noch, wie wenig ich darüber wusste, obwohl ich hier aufgewachsen bin. Also fing ich an, Jiddisch und Hebräisch zu lernen. Damit wuchs meine Sprachsammlung auf Polnisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Hindi, Sanskrit, ein wenig Farsi und Latein an.


Wenn ich mal nicht arbeite, findet man mich mit einem guten Buch in einem ruhigen Café - am liebsten mit veganem Gebäck. (Fragen Sie mich gerne nach Tipps für veganes Essen!) Danach geht es schnell nach Hause, wo vier pelzige Monster darauf warten, gefüttert zu werden.

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