Die Weiße Rose: Erinnerung an den studentischen Widerstand
Am 18. Februar 1943 ließen die Geschwister Hans und Sophie Scholl Hunderte von Anti-Kriegs-Flugblättern von einer Galerie der Ludwig-Maximilians-Universität fallen. Diese Aktion markierte das Ende der Weißen Rose, einer kleinen studentischen Widerstandsgruppe gegen die NS-Diktatur in München. Ihre Geschichte ist heute an verschiedenen Orten der Stadt präsent, von den Fluren der Universität bis hin zum historischen Gerichtssaal im Justizpalast.
History • 3 Min. Lesezeit
München ist bekannt für seine komplexe Geschichte im frühen 20. Jahrhundert. Die Stadt gilt als Geburtsort der nationalsozialistischen Bewegung. Doch mitten in diesem brutalen Regime gab es auch beeindruckende Akte von Zivilcourage. Die Weiße Rose ist eines der wichtigsten Beispiele für den deutschen Widerstand im Dritten Reich. Sie war ein leiser, aber kraftvoller Gegenpol zur damaligen Diktatur.
Die Weiße Rose: Münchens studentische Widerstandsgruppe

Die Weiße Rose war eine kleine, gewaltfreie Widerstandsgruppe in München. Sie bestand vor allem aus Studierenden der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Dazu gehörten die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell und Willi Graf sowie Professor Kurt Huber. Ihr Ziel? Das deutsche Gewissen wachrütteln. Zwischen 1942 und 1943 verfassten, druckten und verteilten sie heimlich Flugblätter in München und anderen Städten. Darin riefen sie die Menschen auf, sich aktiv gegen die Diktatur zu wehren.
Der dunkle Kontext: Universitäten in der NS-Diktatur
Um den Mut der Weißen Rose wirklich zu verstehen, müssen wir uns das damalige akademische Umfeld ansehen. Universitäten waren in der NS-Diktatur keine Hochburgen des Widerstands - im Gegenteil. Sie unterstützten das Regime aktiv. Viele Studentenorganisationen waren stark radikalisiert und folgten schon früh der Nazi-Ideologie. So wurden etwa die berüchtigten Bücherverbrennungen von 1933 größtenteils von Studenten initiiert und organisiert. Dabei zerstörten sie Werke, die als "undeutsch" galten. Es war also kein reiner Befehl von oben.
Die LMU München und die Verhaftung 1943
Der Widerstand der Weißen Rose war eng mit dem Alltag an der LMU verbunden. Am 18. Februar 1943 brachten Hans und Sophie Scholl einen Koffer mit ihrem sechsten Flugblatt in das Hauptgebäude der Universität. Kurz bevor die Vorlesungen endeten, legten sie Stapel davon in den Fluren aus. In einem letzten, schicksalhaften Moment stieß Sophie die restlichen Flugblätter von der Galerie im obersten Stockwerk in den Lichthof hinunter. Ein regimetreuer Hausmeister entdeckte sie sofort. Die Gestapo verhaftete die Geschwister noch vor Ort. Wenn wir auf einer Tour zum Dritten Reich den Aufstieg und Fall des Regimes nachverfolgen, sprechen wir oft über genau diesen Moment als Schlüsselkapitel der Münchner Geschichte.
Denkmäler der Weißen Rose an der LMU München
Heute ist die LMU ein zentraler Ort des Gedenkens. Im Hauptgebäude der Universität können wir die Denkstätte Weiße Rose besuchen. Dieses kleine Museum ist kostenlos zugänglich und zeigt eine beeindruckende Dauerausstellung über das Leben und die Taten der Bewegung. Direkt vor dem Haupteingang, am Geschwister-Scholl-Platz, sehen wir steinerne und bronzene Flugblätter, die in das Pflaster eingelassen sind. Sie erinnern dauerhaft an die Zettel, die hier 1943 fielen.
Weitere wichtige Orte der Weißen Rose in München
Neben der Universität gibt es noch weitere Orte in München, die eng mit der Weißen Rose verbunden sind. Ein zentraler Punkt ist der Justizpalast am Karlsplatz. In diesem imposanten Gebäude fanden die Scheinprozesse unter dem berüchtigten Richter Roland Freisler statt, die mit den Todesurteilen für die Mitglieder endeten. Die letzte Ruhestätte von Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst finden wir auf dem Friedhof am Perlacher Forst im Süden Münchens. Noch heute legen Besucher dort frische weiße Rosen auf ihre Gräber.
Die Geschichte der Weißen Rose ist unerlässlich, um das Leben in Deutschland während der NS-Zeit zu verstehen. Ihr Vermächtnis ist eine wichtige Erinnerung für uns alle. Es zeigt eindrucksvoll: Selbst in Zeiten größter Gefahr und erdrückender Diktatur gab es Menschen, die mutig für Menschenrechte und Freiheit eintraten.
Verwandte Geschichten

Culture • Practical Tips • 6 Min. Lesezeit
Wie man sich in München fortbewegt: Ihr ultimativer Reiseführer
Der Münchner Nahverkehr - einfach erklärt: Unser Guide zu Tickets, Zonen, S-Bahn und U-Bahn.

Practical Tips • History • 8 Min. Lesezeit
München in 3 Tagen: Was man sehen und wie man es erkunden kann
So verbringst du 3 Tage in München. Marienplatz, Englischer Garten und die Highlights Bayerns an einem Wochenende.

Practical Tips • Food • 6 Min. Lesezeit
Wo und was man in München isst: Ein Leitfaden für bayerische Köstlichkeiten
Kulinarischer Guide für München: Wir zeigen euch die besten Orte und Gerichte - von urigen Bierhallen bis zu bayerischen Schmankerln.

Culture • Food • 6 Min. Lesezeit
Souvenirs aus München - Holen Sie sich schöne Erinnerungen aus der bayerischen Landeshauptstadt!
Souvenirs aus München: Der Guide für Bierkrüge, bayerisches Handwerk, Märkte und süße Leckereien. Wir verraten, was sich lohnt, wo Sie die besten Mitbringsel finden und was Sie vermeiden sollten.

Culture • History • 4 Min. Lesezeit
Engel Aloisius: Das grantige Maskottchen des Münchner Hofbräuhauses
Vor über einem Jahrhundert erfand der Schriftsteller Ludwig Thoma einen fiktiven Dienstmann, der das endlose Harfenspiel im katholischen Himmel verabscheute. Anstatt der bayerischen Regierung göttlichen Rat zu überbringen, brach dieser grantige Bote seine Mission kurzerhand für ein kühles Bier ab. Heute ist die Legende des Engels Aloisius ein augenzwinkerndes Spiegelbild der Münchner Mentalität und erklärt, warum eine schlecht gelaunte Figur mit Flügeln an der Decke des berühmtesten Wirtshauses der Stadt hängt.
Unsere Städte
57Die besten kostenlosen und bezahlten Walking‑Touren
Unternehmen
Rechtliches