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Ein Guide zum klassischen englischen Frühstück in London

Erfahren Sie, was zum traditionellen englischen Frühstück gehört und entdecken Sie seine Geschichte. Wir zeigen klassische Londoner Cafés für ein authentisches Fry-up.

Culture • Practical Tips • History • Food • 5 Min. Lesezeit

Das Full English: Londons klassisches Frühstück

Der Schriftsteller Somerset Maugham scherzte einmal: „Um in England gut zu essen, sollte man dreimal am Tag frühstücken.“ Dieser Satz spricht vielen Besuchern aus der Seele. Großbritannien ist nicht unbedingt berühmt für seine Küche. Unsere klassischen Gerichte sind oft deftige Kombinationen aus Fleisch, Kartoffeln und Soße. Aber eine Mahlzeit beherrschen wir meisterhaft: das Frühstück.

In letzter Zeit wurden wir auf unseren Touren oft nach dem berühmten englischen Frühstück gefragt. Deshalb möchten wir hier etwas über seine Geschichte erzählen. Und natürlich verraten wir auch ein paar gute Adressen in London, an denen man es selbst probieren kann.

Was gehört zu einem traditionellen „Fry-Up“?

Die wichtigste Frage zuerst: Was genau ist eigentlich ein Full English?

Ein Full English wird oft einfach „Fry-Up“ genannt. Es ist eine üppige Mahlzeit, die ordentlich Energie für den Tag liefert. Die klassische Variante besteht meist aus Spiegeleiern, Würstchen, Speck, Baked Beans, gegrillter Tomate, gebratenen Champignons und Toast oder frittiertem Brot.

Oft gibt es dazu noch ein paar traditionelle Extras.

Black Pudding ist eine Art Blutwurst. Sie wird aus Schweineblut, Fett und Hafer oder Gerste hergestellt. Trotz des Namens ist sie herzhaft und nicht süß. Sie ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der britischen Küche.

Ein weiterer Klassiker ist Bubble and Squeak. Das Gericht besteht traditionell aus übrig gebliebenem Kohl und Kartoffeln, die zusammen in der Pfanne angebraten werden. Der Name soll von den zischenden und quietschenden Geräuschen beim Braten kommen.

Die traditionelle Version ist sehr fleischlastig. Heutzutage bieten viele Cafés jedoch auch hervorragende vegetarische und vegane Alternativen an. Dabei kommen pflanzliche Würstchen, gegrillter Halloumi oder extra Gemüse auf den Teller. Und natürlich ist kein Fry-Up komplett ohne eine starke, heiße Tasse Tee.

Traditionelles englisches Frühstück mit Eiern, Würstchen, Speck, Black Pudding, Bohnen, Tomaten und Pilzen auf einem Teller.

Von der Oberschicht zum Frühstück der Arbeiterklasse

Die Ursprünge des Full English reichen mehrere Jahrhunderte zurück. Seine früheste Form war typisch für die sogenannte Landed Gentry, den landbesitzenden Adel Englands. Dort servierte man ein üppiges Frühstück, bevor man zur Jagd oder zur Arbeit auf dem Gut aufbrach.

In der viktorianischen Zeit wurde das Frühstück zu einem Statussymbol. Großbritanniens wachsende Schicht wohlhabender Industrieller übernahm diese Tradition. Ein aufwendiges Frühstück war eine Möglichkeit, Wohlstand und Gastfreundschaft zu zeigen. Ein reich gedeckter Tisch voller warmer Speisen zeugte von Reichtum und Eleganz.

Mit der Zeit überwand die Mahlzeit die Klassengrenzen. Was als aristokratische Tradition begann, erreichte das Bürgertum. Schließlich wurde es auch zu einem festen Bestandteil der Arbeiterkultur.

Schätzungen zufolge begann in den 1950er Jahren etwa die Hälfte der britischen Bevölkerung den Tag mit Eiern und Speck. Zudem galt es als absolut höflich, beim Frühstück die Zeitung zu lesen – und alle anderen am Tisch einfach zu ignorieren.

Historische Illustration von vermenschlichten Katzen, die an einem Esstisch sitzen, frühstücken und Zeitung lesen.

Klassische „Greasy Spoons“ in London

Wer den Tag mit dieser britischen Erfindung beginnen möchte, hat in London eine große Auswahl an Lokalen. Fast jedes Viertel hat einen guten „Greasy Spoon“. Das ist unser liebevoller Name für einfache Cafés, die sich auf deftiges Frühstück spezialisiert haben.

Hier sind ein paar empfehlenswerte Adressen.

E Pellicci an der Bethnal Green Road im Osten Londons ist eines der beliebtesten traditionellen Cafés der Stadt. Es wurde 1900 eröffnet und wird seit Generationen von derselben italienisch-britischen Familie geführt. Es ist bekannt für sein Art-déco-Interieur, die lebhafte Atmosphäre und perfekte Fry-Ups. Man kann sich auf starken Tee, große Portionen und freundliches Rufen über die Theke freuen.

The Regency Café ist nur einen kurzen Spaziergang von der Westminster Abbey entfernt. Hier wird seit 1946 klassisches britisches Frühstück serviert. Die schwarz-weiß geflieste Einrichtung war schon in vielen Filmen und Serien zu sehen. Das Frühstück hier ist so traditionell, wie es nur geht. Es ist bei Einheimischen und Besuchern gleichermaßen beliebt, daher lohnt es sich, früh zu kommen.

Ein weiterer Favorit ist Beppe’s Café in Smithfield. Größere Bekanntheit erlangte es durch die TV-Serie Slow Horses, wo es regelmäßig als Drehort dient. Trotz der neuen Berühmtheit ist es ein klassisches Café ohne Schnickschnack geblieben. Es serviert der Nachbarschaft weiterhin ehrliches, deftiges Frühstück.

Wer gerade den Borough Market erkundet, sollte im Maria’s Market Café für ein richtiges Fry-Up Halt machen. Es liegt versteckt in einem der berühmtesten Lebensmittelmärkte Londons. Ein wunderbarer Ort, um ein klassisches Frühstück zu genießen und das lebendige Treiben des Marktes auf sich wirken zu lassen.

Außenansicht des E. Pellicci Cafés in London. Ein Mann liest an einem Tisch im Freien unter einer grünen Markise Zeitung.

Weitere Tipps von unseren Guides

In einer Millionenmetropole das richtige Restaurant zu finden, kann manchmal überfordernd sein. Wer weitere Empfehlungen sucht, kann einfach unsere lokalen Guides fragen. Auf unserer „Welcome to London“-Tour erkunden wir nicht nur die historischen Straßen von Westminster. Wir geben auch eine praktische Orientierung für den restlichen Aufenthalt.

Unsere Guides teilen gerne ihr persönliches Wissen. So weiß man nach der Tour genau, wo sich die besten „Greasy Spoons“, traditionelle Pubs oder ruhige Cafés in der Nähe befinden.

Ob auf einem geschäftigen Markt oder in einem historischen Art-déco-Café: Ein englisches Frühstück ist ein Stück erlebte britische Geschichte. Es ist eine herzhafte Tradition, die die perfekte Grundlage für einen Sightseeing-Tag bildet. Also am besten eine Zeitung schnappen, eine starke Tasse Tee bestellen und sich auf einen Tag in den faszinierenden Straßen Londons vorbereiten.

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