Karneval in Madrid: Termine und Atmosphäre im Überblick
Entdecken Sie Madrids einzigartigen Winterkarneval. Vom multikulturellen großen Umzug bis zum satirischen Begräbnis der Sardine – erfahren Sie, was dieses Fest Mitte Februar ausmacht.
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Karneval in Madrid: Termine und Atmosphäre
Viele verbinden Karneval mit tropischem Klima. Madrid bietet dagegen ein klares Winterfest voller Geschichte und Satire. Vom 14. bis 18. Februar wird die Stadt zur Bühne für Witz und Kostüme. Anders als bei hektischen Sommerfestivals mischen sich hier spanische Tradition und moderne Vielfalt. Es ist eine Gelegenheit, die authentische Atmosphäre der länger werdenden Tage zu genießen.
Der Geist dieses Festes ist einzigartig. Es geht weniger um Samba-Federn, sondern um historische Masken, Ironie und Straßentheater. Besucher erwartet eine freundliche, lebendige Umgebung. Die Einheimischen erobern die Straßen zurück, bevor die ruhige Fastenzeit beginnt. Dies ist der ideale Moment, die Hauptstadt von ihrer verspielten Seite zu erleben.
Die große Parade: Ein multikulturelles Fest am Madrid Río
Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der offizielle Umzug. Er ist ein spektakuläres Schauspiel aus Farben und Kreativität entlang des Madrid Río. Der Zug beginnt an der historischen Puente de Toledo und führt bis zum Matadero in Legazpi. Diese Route wird zur Freilichtbühne mit Zirkusnummern und Straßentheater. Fantastische Kreaturen verwandeln das Flussufer in ein Theater der Fantasie.
Dieser Umzug dient als kulturelle Brücke und feiert das vielfältige Erbe der Stadt. Er unterstreicht die starke Verbindung zu Karnevalstraditionen aus der ganzen Welt. Dazu gehören Einflüsse aus Bolivien, Ecuador, Chile, Kolumbien und Uruguay. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Rhythmen und Kostümen. Sie ehrt sowohl die Madrider Tradition als auch die lebendigen lateinamerikanischen Gemeinschaften der Stadt.
Gigantes y Cabezudos: Die traditionellen Riesen von Madrid
Das vielleicht beliebteste Element des Madrider Karnevals sind die Gigantes y Cabezudos (Riesen und Großköpfe). Diese riesigen kostümierten Figuren haben eine lange Tradition in der Hauptstadt. Sie verleihen den Feierlichkeiten eine humorvolle Note. Anders als Darsteller auf einer fernen Bühne mischen sich diese Figuren direkt unter die Menge. Sie tanzen zu Live-Musik mitten im Publikum.
Diese interaktive Folklore konzentriert sich meist auf die Gegenden um Matadero und Legazpi. Der Anblick der übertriebenen Figuren weckt Nostalgie und Staunen. Er verbindet moderne Zuschauer mit jahrhundertealter spanischer Festgeschichte. Es ist ein familienfreundliches Spektakel. Die Grenze zwischen Darstellern und Zuschauern löst sich in einem gemeinsamen Tanz auf.
Das Begräbnis der Sardine: Ein feierlicher und satirischer Abschied
Die Feierlichkeiten enden mit einer der kuriosesten Traditionen Spaniens: dem „Begräbnis der Sardine“ (El Entierro de la Sardina). Dieses Ereignis findet am Aschermittwoch, dem 18. Februar, statt. Es ist eine burleske Prozession, die das Ende des Karnevals und den Beginn der Fastenzeit satirisch betrauert. Die Tradition stammt ursprünglich aus Murcia, wurde aber von Madrid begeistert übernommen.
Der Zug ist eine Mischung aus feierlichem Ritual und Humor. Schwarz gekleidete Trauernde weinen theatralisch um einen Fisch. Die Veranstaltung endet um 18:00 Uhr an der Ermita de San Antonio de la Florida. Für Besucher ist dies ein kulturelles Muss. Es zeigt den spanischen Sinn für Ironie und die Fähigkeit, selbst im Abschied Freude zu finden.
Wichtige Orte und praktische Tipps für Besucher
Um das Herz des Karnevals zu erleben, sollten Besucher den Stadtteil Legazpi und das Kulturzentrum Matadero ansteuern. Hier finden die meisten Paraden und Musikveranstaltungen statt. Ereignisse wie der große Umzug ziehen von der Puente de Toledo am Madrid Río entlang. Bequeme Laufschuhe sind daher unerlässlich, um den Feierlichkeiten am Flussufer zu folgen.
Die Feierlichkeiten sind beliebt, rechnen Sie also mit Gedränge. Dies gilt besonders für den Hauptumzug und das Begräbnis der Sardine am Mittwochabend. Die Nutzung des effizienten öffentlichen Nahverkehrs wird dringend empfohlen. Parkplätze sind in diesen Bereichen meist knapp. Planen Sie eine frühe Ankunft an der Ermita de San Antonio de la Florida ein, um einen guten Platz für das Abschlussritual zu sichern.
