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Marie Skłodowska-Curie: Ihr Leben und Wirken in Warschau

Vor Paris war Warschau. Erkunden Sie die Stadt, die Marie Skłodowska-Curie prägte – von ihrem Geburtshaus bis zu den Orten ihrer frühen Ausbildung.

Culture • History • Tours • 4 Min. Lesezeit

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Marie Skłodowska-Curie: Ein Warschauer Original

Marie Skłodowska kam am 7. November 1867 in Warschau zur Welt. Wir kennen sie heute als einen der brillantesten Köpfe der Geschichte. Auch wenn sie 1891 zum Studieren an die Pariser Sorbonne ging - ihr Weg begann genau hier in Polen. Ihre wissenschaftlichen Erfolge sind unübertroffen: Sie gewann als erste Frau überhaupt einen Nobelpreis. 1903 erhielt sie die Auszeichnung in Physik für die Entdeckung der Radioaktivität. 1911 folgte der zweite Nobelpreis, diesmal in Chemie, für ihre Arbeit mit Polonium und Radium.

Bis heute ist sie die einzige Frau mit zwei Nobelpreisen. Zudem ist sie der einzige Mensch, der diese Auszeichnung in zwei verschiedenen Fachgebieten erhielt. Sie starb 1934 und ruht heute im Pariser Panthéon. Ihre Geschichte bleibt aber für immer untrennbar mit ihrer Geburtsstadt verbunden.

Das Geburtshaus-Museum in der Freta 16

Heute ist die Adresse Freta 16 ein wichtiger Halt auf unserer Tour. In diesem 1782 von Szymon Bogumił Zug entworfenen Bürgerhaus kam Marie zur Welt. Heute finden wir hier das weltweit einzige biografische Museum, das Marie Skłodowska-Curie gewidmet ist.

Im Museum sehen wir Ausstellungsstücke, die Maries Geschichte lebendig machen. Die Sammlung zeigt Nachbildungen der Laborinstrumente und Gefäße, die sie und ihr Mann Pierre nutzten. Wir können auch authentische Familiendokumente und ganz persönliche Gegenstände der Forscherin bewundern. Darunter sind ihr Brillenetui, eine Ledergeldbörse und sogar eine kleine Elefantenfigur - ein Geschenk des US-Präsidenten Herbert Hoover.

Kirchliche Stationen in der Neustadt

Marie - von ihrer Familie liebevoll "Mania" genannt - stand ihren Geschwistern, besonders ihrer Schwester Zofia, sehr nahe. Maries frühe Jahre sind eng mit den Kirchen der Warschauer Neustadt verknüpft. Dazu gehört die Kirche Mariä Heimsuchung, die im 15. Jahrhundert auf den Überresten eines heidnischen Tempels errichtet wurde. In dieser Kirche, einer der ältesten der Stadt, wurde Marie getauft. Wir sehen hier einen markanten gotischen Turm und eine tolle Terrasse mit Blick auf die Weichsel.

Gleich in der Nähe besuchen wir die St.-Hyazinth-Kirche. Hier feierte Marie ihre Erstkommunion. Diese Dominikanerkirche aus dem 18. Jahrhundert hat eine tragische Geschichte: Während des Warschauer Aufstands 1944 diente sie als Feldlazarett und wurde bombardiert, wobei viele Menschen starben. 1968 wurde die Kirche wiederaufgebaut. Damit kehrte ein bedeutender Teil von Maries Kindheit in das Warschauer Stadtbild zurück.

Spuren der Geschichte in der Nowolipki-Straße

Mehrere Jahre lang wohnte die Familie Skłodowski in der Nowolipki-Straße. Das Originalgebäude hat den Zweiten Weltkrieg leider nicht überstanden, da dieses Viertel fast komplett zerstört wurde. Die Erinnerung an die berühmte ehemalige Bewohnerin ging jedoch nicht verloren.

Heute stoßen wir im Viertel Muranów auf ein riesiges Wandgemälde, das diesen Ort markiert. Entworfen hat es der Künstler Swanski (Paweł Kozłowski). Es befindet sich exakt an der Stelle, wo einst die Wohnung der Familie lag, und erinnert uns als modernes Kunstwerk an die große Nobelpreisträgerin.

Frühe Bildung und wissenschaftliche Anfänge

Maries Weg in die Wissenschaft war anfangs gar nicht so leicht. Noch bevor ihre Karriere in Frankreich richtig begann, machte sie in Warschau ihre ersten wichtigen akademischen Schritte. Wir sprechen hier über die geheime Fliegende Universität. Diese illegale Hochschule wurde gegründet, um die strenge Zensur zu umgehen und der polnischen Bevölkerung echte Bildung zu ermöglichen.

Ihre Forschungsleidenschaft lebte sie zudem im Museum für Industrie und Landwirtschaft aus. Genau hier führte sie ihre ersten Experimente durch. Sie eignete sich das grundlegende Rüstzeug an, das sie später an die Sorbonne und schließlich zu internationalem Ruhm führte.

Ein sentimentaler Spaziergang an der Weichsel

Als junges Mädchen spazierte Marie oft am Ufer der Weichsel entlang. Der Fluss hat sie tief geprägt. Noch in ihren letzten polnischen Texten taucht diese Landschaft immer wieder auf - ein Beweis für ihre starke Verbundenheit mit der Heimatstadt. Nur zwei Jahre vor ihrem Tod beschrieb sie voller Nostalgie einen solchen Spaziergang ans Ufer:

"Ich machte einen einsamen Spaziergang zur Weichsel... Ein Krakauer Lied besagt, dass der Zauber der polnischen Gewässer so groß ist, dass jeder, der sie einmal liebt, sie niemals vergessen wird."
AP

Geschrieben von

Agnieszka Pietrzak

Agnieszka ist in Warschau geboren und aufgewachsen und wechselte 2018 aus der Unternehmenswelt in den Beruf der Stadtführerin. Sie leitet Touren durch verschiedene Warschauer Stadtteile sowie an historisch bedeutsamen Orten wie dem Königsschloss, dem Palast in Wilanów, dem POLIN-Museum und dem Museum in Treblinka.

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