Polens traditionelle Küche - 29 Spezialitäten, die du probieren solltest.
Traditionelle polnische Küche: 29 Gerichte, die du in Polen probieren solltest - von Pierogi und Bigos über Suppen und Süßspeisen bis hin zu regionalen Spezialitäten. Empfohlen von unseren Walkative-Guides.
Culture • Food • 10 Min. Lesezeit
Heute ist es so weit! Du bist endlich in Polen und willst wissen, welche traditionellen Gerichte du unbedingt probieren solltest? Dann schau in unseren Guide zu typischen polnischen Speisen - und stell dich auf ein ordentliches Festmahl ein. Eine Sache solltest du dir merken: Geh am besten immer mit leerem Magen essen, denn die polnische Küche ist deftig und die Portionen sind großzügig. Also, alle Foodies aufgepasst: Bist du bereit? Noch eine kleine, faire Warnung, bevor du weiterliest: Du bekommst in wenigen Sekunden Hunger … Los geht’s mit:
1. Polnisches Brot
Wenn Polinnen und Polen im Ausland unterwegs sind, vermissen sie oft vor allem eins: polnisches Brot. Brot - der König auf polnischen Tischen - ist seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel und wird in Polen bis heute mit großem Respekt behandelt. Dazu gehören auch Bräuche, die viele noch kennen. Ein Beispiel: Fällt ein Stück Brot auf den Boden, hebt man es auf und küsst es. Außerdem sollte man Brot nie wegwerfen - und da gibt es noch mehr. Was macht traditionelles polnisches Brot so besonders? Vor allem ist es nicht fluffig und leicht. Es wird aus Roggen- oder Weizenmehl und Sauerteig gebacken. Das braucht Zeit und Geduld. Aber wenn es fertig ist: die knusprige Kruste und dieser unverwechselbare Duft … Wer einmal polnisches Sauerteigbrot probiert hat, will oft kein anderes mehr. Und es bleibt etwa eine Woche lang frisch und lecker!
2. Hering
Weiter geht’s mit der beliebtesten Vorspeise auf dem polnischen Tisch: dem Hering! Auf Polnisch śledź oder liebevoll śledzik - also „kleiner Hering“ - ist er ein echter Klassiker der polnischen Küche. Man kann ihn auf viele Arten zubereiten. Am bekanntesten ist er in Öl mariniert, mit Zwiebeln und eingelegter Gurke. Dazu passt ein Glas Wodka besonders gut, gerade wegen des Kontrasts der Aromen. Mehr über Trinkkultur in Polen und darüber, wie man polnischen Wodka am besten angeht, ohne komplett den Überblick zu verlieren, kannst du hier nachlesen.

3. Eingelegtes
Aus der traditionellen polnischen Küche kaum wegzudenken. Eingelegte Gurken, Sauerkraut, eingelegte Rote Bete - eigentlich kann man fast jedes Gemüse einlegen. Pickles sorgen für den typisch säuerlich-würzigen Geschmack und passen perfekt als Beilage (oder Vorspeise). Und früher wie heute sind sie eine wichtige Quelle für Vitamine und Mineralstoffe - gerade in langen polnischen Wintern.

4. Kiełbasa oder polnische Wurst
Fein geräuchertes Fleisch, gewürzt mit Pfeffer und Knoblauch: als Vorspeise, im Sandwich (nicht vergessen: In Polen isst man Sandwiches meist offen, sie heißen kanapki!) oder gebraten. Am besten schmeckt sie am Stock über dem Lagerfeuer oder vom Grill bei sommerlichen Gartenpartys. Dort kommen oft viele Freunde und Familienmitglieder zusammen. Und ihr Duft begleitet dich auch durch die Straßen polnischer Städte, denn sie ist ein Star in polnischen Food Trucks. Am besten immer mit Senf - und dazu eine eingelegte Gurke.

5. Kaszanka
Blutwurst aus Buchweizen, Blut und Innereien im Naturdarm. Am besten heiß: am Lagerfeuer gebraten oder gegrillt (genau wie kiełbasa). Dazu passt ogórek kiszony (saure Gurken) besonders gut.
6. Oscypek
Geräucherter Käse aus gesalzener Schafmilch, typisch für die Tatra-Region. Seit 2007 ist er in der EU als traditionelle Spezialität geschützt. Hergestellt wird er von den Górale, den polnischen Hochländern und einer der ethnischen Minderheiten Polens. Wenn du mehr über sie und ihre besondere Kultur erfahren willst, lohnt sich ein Ausflug nach Zakopane - dort findest du auch unsere Touren. Du kannst sie direkt hier buchen.
Oscypek ist ein echter Genuss: salzig, rauchig und am besten gebacken oder gegrillt - kurz angeröstet und mit Preiselbeermarmelade. Im Sandwich landet er selten, dafür ist er einfach zu schade. Als Snack zum Bier passt er aber perfekt.

7. Suppen
Für mich gibt es noch etwas, das einfach dazugehört: polnische Suppen. Wusstest du, dass es in der polnischen Küche über 200 verschiedene gibt? Je nach Region schmecken sie ganz unterschiedlich. Diese hier solltest du unbedingt probieren:
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Rosół
Fleischbrühe - für viele Polinnen und Polen ist sie sonntags als erster Gang ein Muss. Klassisch kocht man sie aus drei Fleischsorten, meist Huhn, Kalb und Rind. Dazu kommen Gemüse und Kräuter, dann darf alles ein paar Stunden vor sich hin köcheln. Serviert wird Rosół mit feinen Nudeln.
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Żurek
Weißer Borschtsch, eine säuerliche Roggensuppe mit Ei, Pilzen und Wurst. Typisch polnisch: In kaum einem anderen Land wird Mehl für eine Suppe fermentiert. Bei uns schon. Und genau das macht Żurek zu echtem Wohlfühlessen.

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Barszcz
Roter Borschtsch ist eine Rote-Bete-Suppe. Man serviert ihn pur (sogar als heißes Getränk) oder mit krokiet - einem panierten, gebratenen Pfannkuchen mit Fleisch- und Pilzfüllung. Eine weitere Variante sind uszka - kleine, ohrförmige Teigtaschen mit Fleisch- oder Pilzfüllung. Die Pilzversion gehört in Polen traditionell zu Wigilia (Heiligabend). Die Basis ist eine fermentierte Flüssigkeit aus Roter Bete, Salzwasser, Kräutern und Gewürzen. Sie heißt zakwas und kann auch roh getrunken werden - sie gilt als besonders gesund.

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Ogórkowa
Eine Suppe aus fein geschnittenen, sauer eingelegten Gurken nach polnischer Art und Gemüse. Lecker! Eine meiner Lieblingssuppen.
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Chłodnik litewski
Die perfekte Sommersuppe, denn man isst sie gut gekühlt. Die Basis sind gekochte Rote-Bete-Blätter, gemischt mit saurer Milch oder saurer Sahne (oder Joghurt oder Buttermilch). Dazu kommen rohe Gewürzgurken, Dill und ein hart gekochtes Ei. Und warum litewski? Das heißt „litauisch“: Die Wurzeln dieses Gerichts liegen dort, und Polen und Litauen waren über mehrere Jahrhunderte eng verbunden. Aber das ist eine andere Geschichte... Wie du siehst, erzählt die traditionelle polnische Küche auch viel über Polens Geschichte.
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Flaki
Ein traditioneller Eintopf aus Rinderpansen und Gewürzen - und ein bekanntes Mittel gegen Kater.
Okay, das sind nur ein paar Beispiele. Über alle 200 kann ich hier nicht schreiben... Jetzt geht’s weiter zum zweiten Gang.
8. Pierogi
Wir müssen mit pierogi anfangen - den polnischen Teigtaschen, die auf der ganzen Welt bekannt sind. Für den Teig gibt es unzählige Rezepte, im Kern sind es aber Mehl und Wasser (manchmal auch Eier oder gekochte, gestampfte Kartoffeln) und verschiedene Füllungen. Zu Hause kocht man sie meist einfach in Salzwasser. Das Wort pierogi ist übrigens schon Plural, streng genommen muss man also nicht „pierogies“ sagen. Für viele Polinnen und Polen schmecken sie nach Kindheit und Zuhause. Und jede und jeder hat eine Lieblingssorte. Die Auswahl ist riesig - welche solltest du probieren? Hier sind die Klassiker:
- ruskie - mit Kartoffeln und Hüttenkäse;
- mit Schweinefleisch;
- mit Kohl und Pilzen, traditionell immer zu Wigilia (Heiligabend);
- mit Obst, Erdbeeren oder Heidelbeeren, meist im Sommer, wenn das Obst frisch ist.

9. Kotlet schabowy
Ein paniertes, gebratenes Schweinekotelett (manchmal in Schmalz) - so etwas wie das polnische Schnitzel. Ein echter Sonntagsklassiker und oft das Highlight beim Familienessen. Dazu gibt es fast immer Salzkartoffeln und Kohl: entweder gebratenen Kohl - kapusta zasmażana - oder kapusta kiszona - Sauerkraut, also polnisch eingelegten Kohl.
10. Bigos
Ein Jägereintopf aus einem Topf, meist im Winter oder zu besonderen Anlässen. Er besteht aus geschmortem Sauerkraut und frischem Kohl, dazu kommen verschiedene Fleischsorten und Pilze. Serviert wird er mit Brot oder Kartoffeln. „Jägereintopf“ heißt er, weil ihn früher jeder Adlige mit auf die Jagd nahm. Und er wird mit der Zeit sogar noch besser: Wenn man ihn ein paar Mal aufwärmt und wieder kalt stellt, verbinden sich die Aromen.
11. Gołąbki (wörtlich „kleine Tauben“)
Polnische Kohlrouladen, manchmal fälschlich „galumpki“ geschrieben. Im Kern sind es Hackfleisch (meist Schwein) mit Reis oder Buchweizen, dazu Zwiebeln, Pilze und Gewürze. Das Ganze wird in Weißkohlblätter gerollt und vor dem Servieren in Fett geschmort. Dazu gibt es Tomaten- oder Pilzsauce. Am besten schmecken sie am zweiten oder sogar dritten Tag!
12. Kasza
Im amerikanischen Englisch als „kasha“ bekannt - ein Wort, das durch Jüdinnen und Juden aus Mittel- und Osteuropa in die Sprache kam. Gemeint ist Buchweizen als Vollkorn, ein Grundpfeiler der traditionellen polnischen Küche. Passt zu Fleischragout oder zu Gemüse.
13. Racuchy
Ein Dessert als Hauptgericht - geht das? In Polen ganz selbstverständlich, besonders im Sommer! Obst-pierogi habe ich schon erwähnt, aber dieses Gericht mag ich am liebsten. Racuchy sind kleine Küchlein, die herrlich duften und genauso gut schmecken. Sie werden aus Mehl, frischer oder saurer Milch und Hefe gemacht und dann goldbraun ausgebacken - mit Apfelscheiben oder geriebenem Apfel (oft mit Zimt oder Nelken). Serviert werden sie mit Puderzucker bestäubt.

Polnische traditionelle Desserts & ikonische polnische Süßspeisen
Von racuchy ist es nur ein kleiner Schritt zum „süßen Abschluss“ eines polnischen Essens. Hier sind unsere liebsten Teilchen, Kuchen und Süßigkeiten:
14. Drożdżówka
Ein süßes Hefegebäck - der Name kommt von drożdże (Hefe). Oft wird es zum Frühstück gegessen. Es kann mit Obst, Marmelade, süßem Quark oder Mohn gefüllt sein. Besonders gut sind jagodzianki, die im Sommer mit Blaubeeren gebacken werden (auf Polnisch jagody). Und ehrlich: Von polnischem Gebäck träumt man nach der Rückkehr nach Hause - und vergisst es so schnell nicht!
15. Pączki
Polnische Krapfen: frittierte, runde Teigkugeln, mit Konfitüre gefüllt und mit Zuckerguss überzogen. Am besten - und am traditionellsten - sind sie mit Wildrosenblütenmarmelade. Am Fettdonnerstag, kurz vor Beginn der Fastenzeit, essen die Polen davon eindeutig zu viele. Aber so ist das: eine alte polnische Tradition. Und wir sind bekannt dafür, unsere Traditionen zu pflegen (vor allem die süßen!).

16. Kremówka
Ein Kuchen aus zwei Schichten Blätterteig mit Puddingcreme. Der Lieblingskuchen von Johannes Paul II.: Als Junge wettete er mit seinen Freunden darum, wer mehr davon schafft.
17. Sernik
Käsekuchen. Der traditionelle polnische Sernik wird aus gemahlenem, fettem Quark gemacht - mit Trockenfrüchten und Schokoglasur.
18. Szarlotka
Apfelkuchen. Zu sagen, dass Äpfel in Polen wichtig sind, wäre noch untertrieben. Die Polen lieben ihr Nationalobst, bauen es tonnenweise an und machen alles Mögliche daraus. Wir sind der zweitgrößte Apfelproduzent Europas und weltweit der viertgrößte - nach China, den USA und der Türkei. Es gibt unzählige Rezepte für Apfelkuchen, aber warm serviert mit Eis schmecken sie alle noch besser.

19. Makowiec
Mohnkuchen, typisch zu Weihnachten, aber nicht nur dann. Gebacken aus Hefeteig, gekochtem und gemahlenem (meist dreimal) Mohn und allerlei Leckereien. Der Volksglaube sagt: Wer makowiec isst, hat Glück, und Mädchen, die Mohn mahlen, heiraten schnell. Noch eine kleine Zusatzinfo: Ich habe gehört, das sei der Lieblingskuchen von Roman Polański, dem polnischen Filmregisseur. Mehr über ihn und ikonische polnische Filme kannst du hier lesen - oder auf unserer Hollyłódź tour erfahren, die dich durch Łódź führt, eine polnische Stadt, die für ihre Filmhochschule bekannt ist. Schau hier vorbei.

20. Malaga, Tiki Taki, Kasztanki
Legendäre Pralinen aus der Schokoladenfabrik Wawel: gefüllt mit Rosinen, Nüssen und Kokos, dazu knusprige Waffel und Kakao. Wer in der kommunistischen Zeit aufgewachsen ist, weiß: Davon haben damals alle Kinder geträumt.
21. Michałki Białe
Pralinen aus der Schokoladenfabrik Wawel, gefüllt mit Kakao und gehackten Erdnüssen und umhüllt von weißer Schokolade.
22. Krówki
Polnischer Fudge - halbweiche Milchkaramellbonbons.
23. Ptasie Mleczko
Eine weiche Süßigkeit mit Schokoladenhülle und luftiger Baiserfüllung - in vielen Geschmacksrichtungen.
24. Prince Polo
Polnische Schokowaffeln, produziert seit den 1950ern. Nicht nur in Polen beliebt, sondern auch in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, der Ukraine und - ja - in Island. Polen importierte große Mengen Hering aus Island, und die Isländer konnten von polnischem Prince Polo nicht genug bekommen. Dort kennt man ihn als „Prins Póló“. Klingt nach einem fairen Tausch, oder?
Wenn du diese Spezialitäten probieren möchtest, haben wir genau das Richtige für dich: unsere Walkative! Food and Vodka Tour! Tu deinem Gaumen (und deinem Magen) etwas Gutes und buche sie am besten gleich. Wir freuen uns darauf, dein zufriedenes Lächeln zu sehen!
Ganz ehrlich: Ich liebe die polnische Küche und könnte noch ewig weiterschreiben. Aber dieser Text hat mich richtig hungrig gemacht, und ich muss jetzt wirklich etwas essen. Für heute war’s das.
Herzliche Grüße,
Gosia
P.S. Wir haben auch einen Text über polnisches regionales Essen - falls dir das noch nicht reicht. Du findest ihn hier.
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