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Essen und Trinken in Posen - Die besten Tipps

Was isst man in Posen? Wir entdecken die besten lokalen Spezialitäten und Getränke, darunter das berühmte Martins-Hörnchen und die traditionellen Pyry.

Practical Tips • Food • 7 Min. Lesezeit

 

Wenn Sie genug von Piroggen, Zapiekanka und Schweineschnitzel haben, wird es höchste Zeit für die großpolnische Küche! Unsere Region ist berühmt für ihre Kartoffelgerichte. Man nennt sie oft das "Kartoffelland" und uns Posener scherzhaft "die Kartoffeln Polens". Das hat natürlich einen historischen Grund: Als die Region durch die Teilungen Polens an Preußen fiel, sollte hier ein riesiges Agrargebiet entstehen. Man baute Gemüse für den Export an, doch die polnische Bevölkerung sollte die Kartoffeln essen. Wir waren jedoch misstrauisch und lehnten die fremde Knolle ab. Da wandten die Preußen einen genialen Trick an: Sie stellten Wachen an den Kartoffelfeldern auf. Plötzlich dachten die Einheimischen, die Knollen seien etwas extrem Kostbares. Und erst da begannen wir, sie massenhaft zu essen! 😉

Martinshörnchen

Martinshörnchen. Foto: Rogalowe Muzeum Poznania.

Unser Ranking starten wir jedoch nicht mit Kartoffeln, sondern mit unserem großartigsten Dessert: dem Martinshörnchen (rogal świętomarciński). Vergessen Sie das französische Croissant - dieses hier macht richtig satt! Gefüllt mit weißem Mohn, Nüssen, Rosinen und kandierter Orangenschale, wird es mit Zuckerguss und gehackten Erdnüssen gekrönt. Das Martinshörnchen ist ein echtes Regionalprodukt. Nach EU-Recht darf es nur in Posen und Umgebung hergestellt werden. Bäckereien brauchen dafür ein spezielles Zertifikat, das die traditionelle Zubereitung garantiert. Wir essen diese Leckerei schon seit dem 19. Jahrhundert. Das verdanken wir einem Bäcker, der nach einem Gottesdienst den Aufruf des Priesters befolgte, den Armen zu helfen. Er tat das, was er am besten konnte: Er backte Hörnchen. Die Reichen kauften sie und verteilten sie kostenlos an die Bedürftigen. All das passierte im November - einer Zeit, die schon bei den Heiden wichtig war. Nach der herbstlichen Feldarbeit feierte man mit Gänsebraten, Tanz und Trank. Später begann man, am 11. November den Begräbnistag des Heiligen Martin zu feiern. Das erklärt auch die Form des Gebäcks: Es soll an das Hufeisen von St. Martins Pferd erinnern. Andere sehen darin eine Erinnerung an den Sieg des polnischen Königs Jan III. Sobieski über die Türken. Heute essen wir die meisten Hörnchen am Martinstag am 11. November. Schätzungen zufolge verputzen die Polen in dieser Zeit rund 1,25 Millionen Stück! Interessant ist auch ein neuerer Trend: Vor einigen Jahren wurde bekannt, dass das Originalrezept Margarine vorschreibt. Daraufhin begannen einige Bäcker, „bessere“ Hörnchen mit Butter zu backen. Diese Variante ist natürlich teurer und erhält kein EU-Zertifikat. Da Sie im Urlaub sind, zählen Sie am besten keine Kalorien. Probieren Sie einfach beide und entscheiden Sie selbst, welches Ihnen besser schmeckt.      

Martinshörnchen. Foto von Małgorzata Tylińska.

 

Pyra z gzikiem

Pyra z gzikiem ist zweifellos das bekannteste Gericht unserer Region. Früher kam es meist freitags als Fastenessen auf den Tisch. Die Basis bilden heiße Pellkartoffeln. Dazu gibt es Gzik - eine herzhafte Mischung aus Quark, Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln, Kräutern und Sahne. Für den extra Geschmack sorgt oft noch ein Stückchen Butter. Der Name Pyra stammt aus dem großpolnischen Dialekt: Da Kartoffeln ursprünglich aus Peru kamen, nannte man sie hier zunächst Perka (Peru - Pera - Perka). Daraus wurde mit der Zeit Pyrka und schließlich Pyra. Das Gericht macht satt und ist kinderleicht zuzubereiten. Kein Wunder also, dass Pyra z gzikiem schon während des Großpolnischen Aufstands so beliebt war.

Pyra z gzikiem. Foto von Zuza Michalska.

Pyra z gzikiem. Foto von Aleksandra Paukszta.

 

Szare kluchy

Ein weiteres traditionelles Kartoffelgericht sind Szare kluchy - graue Klöße. Ihre typische Farbe verdanken sie den geriebenen rohen Kartoffeln im Teig. Dazu kommen nur noch Mehl, Eier und Salz. Am besten schmecken sie deftig mit Speck, Zwiebeln und Sauerkraut. Seit 2007 stehen die Klöße sogar offiziell auf der Liste der traditionellen Produkte unserer Region.

Szare kluchy - ein traditionelles Gericht in Großpolen.

 

Ente mit Klößen und Rotkohl

Wenn in Großpolen gefeiert wird, kommt oft eine mit Äpfeln und Majoran gebratene Ente auf den Tisch. Wir servieren sie klassisch mit gedämpften Hefeklößen, den sogenannten Parowce, und Rotkohl. In anderen Teilen Polens kennen Sie diese Klöße vielleicht als Pampuchy oder Pyzy. Der Rotkohl wird hier traditionell mit Äpfeln, Zwiebeln, Rosinen, Nelken und etwas Butter oder Schmalz gekocht. Abgeschmeckt wird das Ganze mit Zucker, Salz und einem Schuss Essig.

Czernina

In Großpolen ist sie viel beliebter als im Rest des Landes, aber sicher nicht jedermanns Sache. Sie besteht aus Brühe und Enten- oder Schweineblut, gesüßt mit Zucker, Pflaumensirup oder Essigbirnen. Gekocht wird sie mit frischen oder getrockneten Früchten wie Äpfeln, Pflaumen, Birnen, Rosinen oder Kirschen und mit Essig abgeschmeckt. Wenn Ihnen diese Suppe bei den Eltern Ihrer Zukünftigen serviert wird, seien Sie auf der Hut: Früher setzte man sie genau den Heiratskandidaten vor, die man abweisen wollte!

Ślepe ryby

Trotz des verwirrenden Namens - "blinde Fische" (in einigen Teilen Großpolens auch rzadkie pyrki, wässrige Kartoffeln, genannt) - ist diese Suppe ideal für alle, die genug von schweren Fleisch- und Mehlgerichten haben. Sie besteht aus Wurzelgemüse und reichlich gekochten, geriebenen Kartoffeln. Manchmal kommt noch Milch, Sahne oder Buttermilch dazu. Früher war sie ein typisches Arme-Leute-Essen für alle, die sich kein Fleisch leisten konnten - und damit von Haus aus vegetarisch. Heute sollten Vegetarier allerdings vor der Bestellung nachfragen, da die Suppe oft mit etwas Speck oder Fleisch verfeinert wird. Am besten schmeckt sie mit einem gerösteten Brötchen oder einer Scheibe Brot.

Krówki

Sie finden sie in jedem polnischen Supermarkt, aber wussten Sie, dass sie ursprünglich aus Posen stammen? Hergestellt wurden sie zuerst in der Fabrik von Feliks Pomorski. Die weichen Karamellbonbons kommen wahrscheinlich aus dem Osten - vielleicht aus der Türkei. Sicher ist nur, dass Feliks die Rezeptur während eines Praktikums im ukrainischen Schytomyr kennenlernte. Bei uns heißen sie krówki - wörtlich "kleine Kühe" - oder auch mordoklejki ("Maulkleber"). Wenn Sie sie probieren, verstehen Sie den zweiten Spitznamen sofort! Und warum kleine Kühe? Früher waren sie in Papier mit einem Kuh-Motiv eingewickelt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs musste Pomorski nach Milanówek fliehen und konnte die Marke nicht mehr eintragen lassen. Trotzdem: Wenn Sie diese süßen Bonbons naschen, denken Sie daran, dass ihre Wurzeln in Posen liegen!

Krówki - polnisches Karamellkonfekt.

 

Napój z hyćką

Ob als Limonade, im Tee oder einfach mit Wasser - Hyćka sollten Sie in Poznań unbedingt probieren. Der Name stammt vermutlich vom deutschen Wort für Schwarzen Holunder: Hitschelbeeren. Die Pflanze ist eine echte Vitamin-C-Bombe und ein bewährtes Hausmittel gegen Erkältungen, Husten und Asthma. Außerdem wirkt Holunder schweiß- und harntreibend und hilft bei Magen-Darm-Beschwerden. Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, nehmen Sie sich einfach eine Flasche Holundersirup mit nach Hause. Er verfeinert Getränke und Speisen und wird an vielen Orten verkauft.

Rury poznańskie

Diese Leckerei gibt es meistens an Fronleichnam oder Allerheiligen. Sie finden die sogenannten „Posener Rohre“ oder „Dachziegel“ an Ständen auf dem Alten Markt oder sogar vor Friedhöfen. Die Legende besagt, dass bei einer Fronleichnamsprozession die Blaskapelle so laut spielte, dass Dachziegel von den Bürgerhäusern am Alten Markt auf die Menge fielen. Zum Glück wurde niemand verletzt! Zur Erinnerung an dieses Ereignis begannen Nonnen eines nahegelegenen Klosters, lebkuchenartiges Gebäck in Form von Dachziegeln zu backen. Der Teig besteht nur aus Mehl und Honig - ganz ohne Eier und Milch.

Brzdąc poznański

Dieser Kuchen ist in traditionellen Bäckereien sehr beliebt. Der „Posener Knirps“ ist ein typisches Gebäck für Namenstage und passt perfekt zu Kaffee oder Tee. Er besteht aus zwei Schichten Biskuitteig, gefüllt mit einer Schokoladencreme. Diese Creme bedeckt auch die Oberseite und wird traditionell mit einer Gabel in Wellenform verziert. Marmelade, Obst oder Nüsse suchen Sie im Originalrezept vergeblich. Wie Sie vielleicht merken, haben Desserts in Großpolen einen hohen Stellenwert. Für viele Einheimische ist ein Mittagessen ohne süßen Abschluss einfach unvorstellbar! 😉

Noch mehr Tipps zu leckerem Essen und tollen Aktivitäten in Poznań bekommen Sie auf unseren Touren: Altstadt Poznań und Kaiserviertel Poznań

Geschrieben von Zuza Michalska

 

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