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Eine dreistündige Wanderung durch Krakaus westliche Hügel: Von Salwator nach Wola Justowska

Unmittelbar westlich des mittelalterlichen Zentrums verbindet ein Netz aus Waldwegen historische Klöster mit den höchsten Aussichtspunkten in Krakau. Diese dreistündige Wanderroute führt an einer Holzkapelle aus dem 17. Jahrhundert und der Kalksteinschlucht Panieńskie Skały vorbei, bevor sie in einem ruhigen Villenviertel endet. Sie bietet eine unkomplizierte Möglichkeit, einen halben Tag in den Hügeln und Naturschutzgebieten am Stadtrand zu verbringen.

Culture • Practical Tips • Tours • 4 Min. Lesezeit

Das historische Zentrum Krakaus zieht die meisten Besucher an, aber die westlichen Außenbezirke bieten eine grüne, ruhige Alternative für alle, die gerne zu Fuß unterwegs sind. Auf unserer dreistündigen Route durch die Hügel von Salwator, den Wolski-Wald (Las Wolski) und das Viertel Wola Justowska erleben wir eine tolle Mischung aus Natur, Panoramablicken und versteckter Architektur. Ein perfekter Halbtagesausflug abseits der Menschenmassen!

A bridge crosses a river in Krakow, with the Church of St. Catherine and Margaret in the background at sunset.
Sonnenuntergang über dem Krakauer Stadtteil Kazimierz, gesehen von der anderen Seite des Flusses.

Start unserer Wanderung: Salwator und das Norbertinerinnenkloster

Wir starten im Stadtteil Salwator, ganz in der Nähe des Norbertinerinnenklosters an der Weichsel. Wenn wir bergauf durch das Viertel spazieren, kommen wir an der Gontyna-Kapelle vorbei. Dieser kleine Holzbau versteckt sich hinter einer Steinmauer und stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

An old wooden church on a hill with autumn trees, behind a stone wall on a cobblestone street.
Die winzige St.-Benedikt-Kirche ist eines der ältesten und geheimnisvollsten Gebäude in Krakau.

Gleich um die Ecke sehen wir die Salvatorkirche, eine der ältesten Kirchen Krakaus. Das Gebäude zeigt noch originale romanische Elemente, besonders im Presbyterium. Hier bekommen wir einen tollen Einblick in die frühmittelalterliche Architektur der Stadt.

A small, white and stone church with a single tower, surrounded by trees with yellow autumn leaves.
Die St.-Benedikt-Kirche auf dem Lasota-Hügel, eine der kleinsten und ältesten Kirchen Krakaus, in herbstlicher Umgebung.

Aufstieg über die Washington-Allee zum Kościuszko-Hügel

Von Salwator aus wandern wir weiter bergauf entlang der Washington-Allee (Aleja Waszyngtona). Dieser malerische, von Bäumen gesäumte Weg führt uns direkt zum Kościuszko-Hügel. Dieser künstliche Hügel wurde in den 1820er Jahren zu Ehren des Militärhelden Tadeusz Kościuszko aufgeschüttet.

A red brick, Gothic Revival chapel in front of the grassy Kościuszko Mound in Krakow, under a blue sky.
Die Kapelle der seligen Bronisława, eine Ergänzung des Kościuszko-Hügels aus dem 19. Jahrhundert.

Für den Zugang zum Hügel selbst brauchen wir eine Eintrittskarte. Von oben genießen wir dann einen weiten Blick über ganz Krakau. Wer vor dem Weitergehen eine kleine Pause braucht, findet am Fuß des Hügels ein gemütliches Café und Restaurant für ein Mittagessen oder einen Kaffee.

Wolski-Wald und Aussicht vom Piłsudski-Hügel

Wenn wir den Kościuszko-Hügel verlassen, folgen wir den markierten Wegen nach Westen in den Wolski-Wald. Dieser große städtische Waldpark bietet ein tolles Wegenetz. Wir spazieren am städtischen Zoo und einigen kleinen Lokalen vorbei. Unser Hauptziel hier ist der Piłsudski-Hügel, auch bekannt als Unabhängigkeitshügel.

Als höchster Punkt Krakaus bietet der Piłsudski-Hügel eine fantastische Aussicht. An klaren Tagen reicht unser Blick nach Süden bis zu den Karpaten und den Gipfeln der Tatra. Von hier oben haben wir auch freie Sicht auf den Flughafen Krakau - ein beliebter Spot, um startende und landende Flugzeuge zu beobachten.

Abstieg durch das Naturschutzgebiet Panieńskie Skały

Nach dem tollen Ausblick vom Piłsudski-Hügel führt uns die Route bergab durch das Naturschutzgebiet Panieńskie Skały. Dieser Abschnitt unserer Wanderung bringt uns in eine kleine, bewaldete Schlucht, die von markanten Kalksteinformationen geprägt ist.

Das unebene Gelände erinnert hier stark an einen echten Bergpfad. Das verleiht unserem Stadtspaziergang ein kurzes, aber richtig schönes Wanderelement. Der Weg durch die Felsen bietet uns einen natürlichen, schattigen Abstieg hinunter zu den Wohnvierteln unterhalb des Waldes.

Die Villa Decius in Wola Justowska

Unser Abstieg endet in Wola Justowska, einem der elegantesten Villenviertel Krakaus. Hier schließen wir unseren Spaziergang an der Villa Decius (Willa Decjusza) ab. Die Villa wurde ursprünglich im 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil erbaut und ist von einem wunderschön gepflegten öffentlichen Park umgeben.

In diesem Park besuchen wir eine Freiluftgalerie. Sie ist Bronisław Chromy gewidmet, einem bekannten zeitgenössischen polnischen Bildhauer. Chromy ist vor allem für seinen Wawel-Drachen im Stadtzentrum berühmt. Hier in der Galerie sehen wir eine einzigartige Sammlung seiner anderen markanten Werke.

Routenplanung und Rückfahrt

Unser dreistündiger Spaziergang führt über abwechslungsreiches, meist bewaldetes Gelände mit einigen Steigungen. Ein bisschen körperliche Fitness ist also gefragt. Nach unserer Erkundung rund um die Villa Decius finden wir in Wola Justowska mehrere lokale Restaurants für eine wohlverdiente Mahlzeit.

St. Salvator's Church in Krakow, a small white building with a red roof, viewed through the bars of an iron gate on a sunn...
Ein Blick auf die St.-Benedikt-Kirche auf dem Lasota-Hügel, eine der kleinsten und ältesten Kirchen Krakaus.

Die Rückkehr ins Stadtzentrum ist ganz unkompliziert. Von Wola Justowska fahren regelmäßig öffentliche Busse. Die Abfahrtszeiten können wir leicht über Google Maps checken, und Fahrkarten gibt es direkt an den Automaten in den Bussen. Zurück in der Altstadt können wir uns bei einer traditionellen polnischen Food Tour stärken. Dabei probieren wir gemeinsam mit einem Guide die leckersten kulinarischen Spezialitäten der Stadt.

Mit ihrer Mischung aus tollen Stadtpanoramen, geschützten Waldwegen und jahrhundertealter Architektur bietet diese Route einen wunderbaren Überblick über Krakaus westliche Hügel. Es ist eine absolut lohnende Tour für alle, die das geschäftige Zentrum hinter sich lassen und eine ganz andere Seite der Stadt erleben möchten.

Tomek Darda

Historiker, Stadtführer, Linguist, Musiker

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