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Valentinstag: Die romantischsten Orte in Berlin, Krakau, Breslau, Danzig, Lwiw und mehr!

Wir entdecken die Ursprünge des Heiligen Valentin im 3. Jahrhundert und seine Reliquien in Polen. Wir sprechen über die Geschichte der Liebesschlösser und besuchen romantische Orte wie die Berliner Abteibrücke.

Culture • History • 11 Min. Lesezeit

Valentinstag! Zeit für die Liebe! Aber Moment mal, wer war eigentlich dieser heilige Valentin? Und warum verbinden wir ihn mit der Liebe? Wo finden wir heute noch Zeichen der Liebe in unseren Städten? Und was ist mit den romantischsten Liebesbrücken Europas?

Wer war der heilige Valentin?

Valentin war ein christlicher Priester (manchen Quellen zufolge ein Bischof), der im 3. Jahrhundert n. Chr. im Römischen Reich lebte. Das war keine einfache Zeit für Christen, denn sie wurden vom Staat systematisch verfolgt. Valentin setzte alles daran, unschuldigen Menschen zu helfen und sie zu retten. Dafür wurde er verhaftet, gefoltert und schließlich getötet. In den folgenden Jahrhunderten wurde Valentin so zum christlichen Märtyrer und wird von der Kirche bis heute verehrt. Er wurde am 14. Februar in der Nähe von Rom begraben. Die meisten seiner Reliquien befinden sich heute in den Kirchen der Ewigen Stadt, einige gelangten aber auch nach Irland. Heute pilgern Liebessuchende zu seinen Grabstätten. Interessanterweise gibt es davon gleich mehrere und seine Reliquien sind über die ganze Welt verstreut. Allein in Polen gibt es mindestens 10 Orte, an denen sie aufbewahrt werden. Einer davon ist die mittelalterliche polnische Stadt Chełmno, bekannt für ihre vollständig erhaltene Stadtmauer und ihre romantischen gotischen Kirchen. Von Danzig aus ist die Stadt leicht zu erreichen, um die Reliquien zu besichtigen.

Blick auf Chełmno - im Hintergrund die Mariä-Himmelfahrt-Kirche, in der sich eine Schädelreliquie des heiligen Valentin befindet. Foto: Kazimierz Mendlik, WikiMedia Commons

 

Der heilige Valentin und die Liebe

Aber wann wurde Valentin eigentlich zum Symbol für die Liebe? Wahrscheinlich verdanken wir das dem "Vater der englischen Literatur", Geoffrey Chaucer. Im 14. Jahrhundert hat er einige Geschichten über den Heiligen Valentin bekannt gemacht - oder vielleicht sogar erfunden. Seitdem entstanden rund um den Valentinstag nach und nach Bräuche, die weit über den christlichen Glauben hinausgehen. 

Im Mittelalter stand der Heilige Valentin vor allem für die edle, ritterliche "höfische Liebe". Man vermutet, dass das am Datum seines Gedenktags im Februar liegt: Es ist die Zeit der ersten Frühlingsgefühle, wenn die Vögel mit der Partnersuche beginnen. So wurde der Name Valentin zum Synonym für Romantik. Übrigens: Der Heilige Valentin ist nicht nur für Verliebte zuständig, sondern auch der Schutzpatron der... psychisch Kranken.

Liebesschlösser in den Städten

Und wie steht es heute um die "Zeichen der Liebe" in den Städten weltweit?

Ein gutes Beispiel sind die berühmten Liebesschlösser an Brücken. Für die einen ist das eine wunderbar romantische Tradition und fast schon eine eigene Kunstform. Für die anderen ist es schlichtweg Umweltverschmutzung und die Zerstörung von öffentlichem Eigentum - kurz gesagt: Vandalismus.

Vielleicht kennen Sie diese Tradition bereits. Das Prinzip ist ganz einfach: Zwei verliebte Menschen gehen zu einer Brücke. Sie haben ein Vorhängeschloss dabei, das ihre Initialen oder eine romantische Botschaft trägt. Sie befestigen das Schloss am Geländer und werfen den Schlüssel ins Wasser. Das war's! So sollen tiefe Liebe und ewige Verbundenheit für immer besiegelt werden.

Der Ursprung der Liebesschlösser

Wo diese Tradition genau herkommt, ist unbekannt. Manche Geschichten berichten von einem Brauch im alten China, bei dem man Vorhängeschlösser an Tore oder Ketten hängte und den Schlüssel wegwarf. Eine sehr bekannte Version führt uns ins mittelalterliche Florenz: Hier brachten Studenten nach ihrem Abschluss traditionell Schlösser an der Alten Brücke (Ponte Vecchio) an. Gern erzählt wird auch eine tragische Liebesgeschichte aus Vrnjačka Banja in Serbien, die sich während des Ersten Weltkriegs abgespielt haben soll. Eindeutig belegt ist schließlich nur, dass Liebesschlösser in der ungarischen Stadt Pécs schon in den 1980er Jahren üblich waren.

Fest steht: Liebesschlösser an Brücken wurden erst in den 2000er Jahren zu einem weitverbreiteten Ritual in europäischen Städten. Der wahre Boom begann wohl 2006 mit dem Bestseller Ho Voglia di Te ("Ich steh auf dich"). Darin befestigt ein Paar sein Schloss an der Milvischen Brücke (Ponte Milvio) in Rom. Das Buch inspirierte Tausende. Doch der Trend sorgte auch für Kontroversen. In Florenz mussten jährlich rund 400 kg Metall von der berühmten Ponte Vecchio entfernt werden, bis die Stadt ein Bußgeld von 50 Euro einführte. Noch bekannter ist der Pont des Arts in Paris. Das massive Übergewicht verursachte strukturelle Schäden an der Brücke. An nur einem Wochenende entfernten die Behörden daraufhin stadtweit über 700.000 Schlösser!

Städte wie Moskau und Budapest haben deshalb spezielle Konstruktionen für die Schlösser aufgestellt. So gibt es sichere Plätze für Liebesbeweise, ohne die historischen Brücken zu gefährden - eine wirklich clevere Lösung.

Wir zeigen euch nun 7 wunderschöne Brücken in verschiedenen Walkative-Städten! Auch wenn es nicht alles typische Liebesbrücken sind, bieten sie euch fantastische Aussichten und eine herrlich romantische Atmosphäre.

Abteibrücke zur Insel der Jugend in Berlin

Wer nach der „Berlin Love Bridge“ sucht, stößt meist auf die Weidendammer Brücke. Sie ist ohne Frage ein wunderschönes Bauwerk aus dem späten 19. Jahrhundert. Ihre historische Besonderheit: Sie hat als eine der wenigen Brücken im Berliner Stadtzentrum den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden.

Wir von Walkative empfehlen dir aber eine andere Brücke - die Abteibrücke zur Insel der Jugend. Sie ist vielleicht nicht so berühmt wie andere Brücken in Berlin, aber sie und der Ausblick von ihr gehören definitiv zu den romantischsten Orten der Stadt. Die Abteibrücke schwebt nur 10 Meter über der Spree und verbindet den bekannten Treptower Park mit einer winzigen, aber gemütlichen Insel. Du erreichst sie ganz einfach: Nimm die S-Bahn bis zur Station „Treptower Park“. Von dort aus spazierst du etwa 10 Minuten eine hübsche Promenade an der Spree entlang, vorbei an vielen Kiosken, die Kaffee, Eis und Snacks anbieten.

Abteibrücke zur Insel der Jugend, Foto: Maksym Turchyn

Auf dem Weg dorthin durchquerst du den Treptower Park, in dem auch das imposante sowjetische Ehrenmal steht. Nach deinem Besuch auf der Insel der Jugend kannst du weiter in den Plänterwald spazieren. Dort versteckt sich ein verlassener Vergnügungspark. Alternativ folgst du einfach weiter dem Flussufer und kommst an einigen Industrieanlagen und Yachthäfen vorbei. Kurz gesagt: Die Gegend um Treptow an der Spree ist ein wunderschöner, vielseitiger Ort und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert!

Lesen Sie mehr über Parks und Grünflächen in Berlin. 

 

Pater-Bernatek-Fußgängerbrücke in Krakau

Diese moderne Brücke wurde im September 2010 eröffnet - passenderweise nur einen Monat vor den Kommunalwahlen (man muss solche Zufälle einfach lieben!). Seitdem ist sie ein beliebtes Fotomotiv für Instagrammer in Krakau. Sie steht genau dort, wo früher alte Brücken eine wichtige Salzhandelsroute über den Fluss führten. Heute ist sie ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer reserviert. Benannt ist sie nach einem Mönch, der das nahegelegene Krankenhaus gründete und als großer Wohltäter in Erinnerung bleibt.

Die Brücke verbindet die historischen Viertel Kazimierz und Podgórze, die beide für ihr künstlerisches Flair bekannt sind. Das allein sorgt schon für eine romantische Atmosphäre. Kurz nach der Eröffnung hingen hier bereits die ersten Liebesschlösser. Heute entdecken wir hier auch kuriose Liebesbeweise wie Fahrradschlösser oder sogar eine Autofelge. Da solche "Attraktionen" auf Dauer zu schwer für die Brücke werden, behält die Stadtpolizei sie im Auge und entfernt sie gelegentlich. Wir spazieren auf mehreren unserer Touren über diese Brücke und erzählen Ihnen mehr darüber - zum Beispiel auf unserer Tour durch das jüdische Krakau.

Zum poetischen Flair tragen auch die faszinierenden Skulpturen von Jerzy Kędziora bei. Sie schweben förmlich über der Brücke und machen diesen Ort wirklich einzigartig.

Bernatek-Fußgängerbrücke, bekannt als die Liebesbrücke von Krakau. Foto: Tomek Darda

 

Heiligkreuzbrücke in Warschau

Warschau hat einige imposante Brücken, die die beiden Ufer der breiten Weichsel miteinander verbinden. Die markanteste ist wohl die Heiligkreuzbrücke (Most Świętokrzyski). Wir können sie vom Warschauer Schlossplatz (Plac Zamkowy) und der Promenade Krakowskie Przedmieście aus gut sehen - zusammen mit dem weiß-roten Nationalstadion bildet sie ein herrliches Panorama.

Kommen wir zu den Liebesschlössern: Eine Liebesbrücke auf einer so riesigen, modernen Konstruktion ist schon etwas Besonderes - genau das macht Warschau so einzigartig. Da die Brücke zudem extrem massiv ist, besteht auch keine Gefahr, dass das zusätzliche Gewicht der Schlösser die Statik gefährdet.

Dombrücke in Wrocław

Wrocław ist als Stadt der Inseln und Brücken bekannt. Kein Wunder also, dass wir eine großartige Tour über genau diese Brücken und Inseln anbieten - und wir behaupten voller Stolz, dass es die weltweit erste Free Tour dieser Art ist! Die Stadt ist von unzähligen Wasserwegen durchzogen. Am romantischsten ist zweifellos die Brücke, die zum ältesten Teil der Stadt führt - der Dominsel. Die Dombrücke (Most Tumski) entfaltet besonders nachts ihren ganzen Zauber. Umgeben von weiteren Inseln wird sie nicht nur von normalen Laternen, sondern von echten Gaslampen erhellt. Und diese zündet jeden Abend ein echter Laternenanzünder in schwarzem Umhang und Zylinder an!

Wenn das kein perfekter Ort ist, um sein Liebesglück zu besiegeln, dann weiß ich auch nicht!

Die Dombrücke in Wrocław, die Liebesbrücke der Stadt. Foto: Tomek Darda

Die Bischof-Jordan-Brücke in Poznań

Die Bischof-Jordan-Brücke verbindet zwei der ältesten Stadtteile von Poznań: Śródka (ausgesprochen etwa wie Schrutka) und Ostrów Tumski, die Dominsel. Ähnlich wie Wrocław hatte auch Poznań einst viele Inseln. Im Gegensatz zu Wrocław ist hier heute jedoch nur noch diese eine übrig geblieben.

Die Brücke liegt auf einem alten Handelsweg, an dem im Laufe der Jahrhunderte schon mehrere Brücken standen. Das heutige Bauwerk ist eine Rekonstruktion aus dem frühen 20. Jahrhundert, für die Teile einer anderen historischen Brücke wiederverwendet wurden. Der rote Anstrich und die Lage zwischen zwei wunderschönen, romantischen Orten machen sie zu einer malerischen Kulisse, um die Liebe zu besiegeln.

Die Liebesbrücke im Park Tal der Träume und die Józef-Piłsudski-Brücke in Toruń

Beide Orte liegen direkt nebeneinander, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Die kleine Liebesbrücke liegt direkt vor den mittelalterlichen Stadtmauern in einem gepflegten Park. Die Hauptattraktion hier ist eine riesige Sonnenuhr, die - wem sonst - Kopernikus gewidmet ist. Der kleine, aber romantische Fluss strömt hier recht schnell über mehrere Stromschnellen.

Die Piłsudski-Brücke ist dagegen eine gewaltige Stahlkonstruktion. Sie ist nach dem charismatischen Staatsmann benannt, der 1918 maßgeblich zu Polens Unabhängigkeit beitrug. Vor fast einem Jahrhundert erbaut, ist sie bis heute die wichtigste Weichselüberquerung für Stadt und Region. Ihre Brückenbögen erstrecken sich über fast einen Kilometer und rahmen die mittelalterliche Uferpromenade von Toruń mit ihren massiven Stahlträgern perfekt ein.

Tal der Träume in Toruń. Fot. Mateuszgdynia, Wiki Commons.

Die Jan-Kiepura-Brücke zur Mühleninsel in Bydgoszcz

Diese Brücke über die Brda ist nach dem berühmten Tenor Jan Kiepura benannt. Er feierte in Europa und Übersee riesige Erfolge und war mit Martha Eggerth verheiratet, einer Schauspielerin und Sängerin aus dem „Silbernen Zeitalter der Operette“. Ihre Liebe hielt bis zu seinem Tod - und das gilt hoffentlich auch für alle Paare, die hier ihr Liebesschloss anbringen. Das glauben wir zumindest gerne!

Danzig und seine Brotbrücke

Wenn es um Liebe, Flüsse und Brücken geht, ist der Radunia-Kanal das absolute Highlight in Danzig. Die Architektur und die malerischen Wasserwege werden Sie sofort an Brügge erinnern.

Hier finden wir die Brotbrücke (Most Chlebowy). Sie wird von der prachtvollen Architektur der alten Großen Mühle und dem Haus der Müllerzunft malerisch umrahmt.

Die Danziger Brotbrücke, die Brücke der Liebenden. Foto: Tomek Darda

 

Lwiw und das Geheimnis des verschwundenen Flusses

Zugegeben, hier haben wir ein wenig geschummelt. Lwiw hat nämlich keinen großen Fluss. Oft fehlt Städten ohne Gewässer das gewisse Etwas, doch der besondere Charme von Lwiw lässt uns das schnell vergessen. Wir entdecken hier unzählige Denkmäler aus Mittelalter, Renaissance, Barock und Jugendstil. Dazu kommen gemütliche Cafés und eine jugendliche, kulturelle, aber auch wunderbar melancholische Atmosphäre. Tatsächlich gibt es aber einen Fluss: die Poltwa. Sie fließt jedoch versteckt in einem Kanal direkt unter dem Hauptboulevard im Zentrum, dem Freiheits-Prospekt (oder Prospekt Swobody). Jahrhundertelang lieferte der Fluss Trinkwasser und diente als wichtige Wasserstraße. An den Ufern standen große Lagerhäuser, und sogar Schiffe von der Ostsee brachten Waren aus aller Welt hierher. Im 19. Jahrhundert wurde der Fluss jedoch komplett überbaut. Die gesamten 15 Kilometer im Stadtgebiet verschwanden unter der Erde. Heute ist die Poltwa Teil des ausgedehnten Abwassersystems von Lwiw. Bekannt wurde dieses unterirdische Labyrinth durch eine wahre Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg: Hier fanden jüdische Überlebende ein rettendes Versteck. Agnieszka Holland hat diese Ereignisse in ihrem oscarnominierten Film "In Darkness" eindrucksvoll verfilmt. Wer mehr über den Fluss erfahren möchte, findet hier einen großartigen englischsprachigen Blog über Lwiw und Galizien.

Wer Romantik sucht, wird in Lwiw an jeder Ecke fündig. Damit meinen wir gar nicht unbedingt das berühmte Masoch-Café - auch wenn es an den berühmten Sohn der Stadt erinnert, der dem... Masochismus seinen Namen gab. Wir denken eher an die vielen kreativen Bars, gemütlichen Cafés und grünen Parks. Selbst die alten Kirchen und Friedhöfe mit ihren tausenden melancholischen Skulpturen bieten eine wunderbare Kulisse. Sie laden zu romantischen Spaziergängen ein und wärmen das Herz.

Es lebe die Liebe!

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