Essen in Berlin: 11 typisch deutsche Gerichte
Entdecken Sie die Berliner Küche! In diesem Guide stellen wir Ihnen 11 traditionelle deutsche Gerichte vor. Erfahren Sie, welche authentischen, lokalen Spezialitäten Sie bei Ihrem Besuch unbedingt probieren sollten.
Culture • Food • 8 Min. Lesezeit
Die deutsche Küche besteht nicht nur aus Bier und Wurst. Sie bietet auch... anderes Fleisch :). Dazu Kartoffeln und einige interessante Soßen. Außerdem gibt es hier hervorragendes Streetfood. Dank des multinationalen Charakters von Berlin findet man in der Hauptstadt generell eine riesige Vielfalt an Gerichten. Wir konzentrieren uns hier aber auf das, was als typisch deutsch gilt:
☑ Döner Kebab
☑ Currywurst
☑ Schnitzel
☑ Bratwurst
☑ Eisbein
☑ Kasseler
☑ Königsberger Klopse
☑ Senfeier
☑ Maultaschen
☑ Pfannkuchen (Berliner)
☑ Apfelstrudel
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Döner Kebab
Döner Kebab
„Kebab“ klingt, sieht aus und schmeckt orientalisch (also typisch für den Nahen oder Mittleren Osten). In der türkischen Küche steht das Wort für alles, was am Spieß gegrillt oder gebraten wird - meistens Fleisch oder Fisch, manchmal auch Gemüse. „Döner“ bedeutet auf Türkisch einfach „sich drehend“ oder „rotierend“. Interessanterweise entstand der Döner Kebab, wie wir ihn heute kennen, tatsächlich in Deutschland - sehr wahrscheinlich sogar direkt hier in Berlin! In den 1960er und frühen 1970er Jahren gab es eine große Einwanderungswelle von türkischen (und anderen) Arbeitskräften nach Deutschland. Man nannte sie damals Gastarbeiter. Die türkische Community wurde schnell zur größten und ist es bis heute geblieben. Diese Menschen brachten die Tradition von gegrilltem Lamm und anderem Fleisch am Spieß mit nach Europa. Doch erst in Deutschland begannen sie, ihr „rotierendes Fleisch“ als praktisches Sandwich zu servieren. Wie genau? Indem sie das Fleisch in ein Fladenbrot füllten oder in dünnes Teigbrot (Dürüm) einwickelten, frisches Gemüse dazugaben und das Ganze mit leckeren Soßen verfeinerten.
Der Erfolg war riesig. Das Gericht verbreitete sich schnell in andere westliche Länder und wurde als Kebab (international) oder Döner (in Deutschland) zu einem europaweiten Streetfood-Hit. Heute gibt es in Berlin an jeder Ecke unzählige Varianten, darunter auch vegane. Ein echtes Berliner Original mit Migrationsgeschichte und unverwechselbarem Geschmack.
Wer in Berlin ist und diese westliche Variante der osmanischen Küche nicht probiert, begeht eine kulinarische Todsünde! Machen Sie sich keine Sorgen um fettiges Fleisch, Soßen oder Kalorien... Ein bisschen Salat obendrauf, und schon fühlt es sich fast gesund an. 😉
Currywurst
Currywurst
„Don’t worry, be Curry!“ :). Die Currywurst ist wahrscheinlich das bekannteste Streetfood Berlins und gilt als deutsches Nationalgericht. Sie besteht aus einer heißen Schweinswurst, die in Scheiben geschnitten und mit Currypulver und Ketchup serviert wird. Dazu gibt es Pommes oder ein Brötchen. So einfach, so lecker. Außerdem ist die Currywurst sehr günstig und überall in der Stadt zu haben. Aber Achtung: Sie kann auch extrem scharf sein.
Erfunden wurde das Gericht im Berlin der Nachkriegszeit, genauer gesagt im britischen Sektor der geteilten Stadt. Die Berlinerin Herta Heuwer mischte indisches Currypulver mit englischer Worcestershiresauce und gab etwas Ketchup hinzu, der durch die amerikanischen Soldaten in Westdeutschland immer beliebter wurde. Ihre „Curry-Ketchup“-Wurst verkaufte sie anfangs an Straßenständen in Charlottenburg. Sie wurde so beliebt, dass sie sich schnell in ganz Deutschland verbreitete. Heute ist das Gericht aus der deutschen Esskultur nicht mehr wegzudenken. In Berlin gibt es sogar ein eigenes Currywurst-Museum, ganz in der Nähe des berühmten Checkpoint Charlie.
Schnitzel
Schnitzel
Für viele gibt es kaum ein typischeres deutsches Gericht als das Schnitzel. Das Wort stammt vom alten Begriff „snitz“ ab, was „schneiden“ bedeutet. In Deutschland serviert man klassischerweise eine gebratene, dünne Scheibe aus Kalbfleisch. Oft finden wir auf den Speisekarten aber auch anderes Fleisch wie Schwein, Hähnchenbrust oder sogar Sojafleisch. Die typischste Variante kommt jedoch aus Österreich: das berühmte Wiener Schnitzel. Dabei handelt es sich um ein Kalbsschnitzel (traditionell immer aus Kalbfleisch), das in Mehl, Ei und Paniermehl gewendet und knusprig gebraten wird.
Kassler
Kassler Achim Raschka assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
Kassler oder Kasseler ist ein leicht geräuchertes und gepökeltes Rückenstück vom Schwein. Manchmal nennt man es auch „Schinkensteak“. Typischerweise wird es deftig mit Sauerkraut oder Kartoffeln serviert.
Woher das Gericht seinen Namen hat, ist nicht ganz klar. Eine Theorie besagt, dass er vom französischen Wort casserole (einem Topf mit flachem Boden und hohem Rand) stammen könnte. Immerhin sprachen im 18. Jahrhundert etwa 20 % der Berliner Bevölkerung Französisch (mehr über die Hugenotten in der Geschichte Berlins). Eine andere Theorie verweist auf die Stadt Kassel in Mitteldeutschland. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass das Gericht im 19. Jahrhundert in Berlin aufkam und von einem örtlichen Metzger erfunden wurde, dessen Name Cassel war.
Eisbein
Eisbein
Der Name Eisbein bedeutet wörtlich genau das: ein „Eis-Bein“. Eine spannende Theorie besagt, dass der Begriff von einem Hüftgelenk stammt, das früher für Schlittschuhe verwendet wurde. Kulinarisch gesehen sprechen wir hier von einem Stück aus dem Schweinebein, das meist gepökelt und gekocht auf den Teller kommt. Dieses Fleischstück hat im deutschsprachigen Raum viele Namen. Im Nordosten sagt man traditionell Eisbein. In Süddeutschland bestellt ihr eher eine Hachse, Haxe oder ein Haxl, und in Österreich kennt man es als Stelze. Jede Region hat ihre eigenen Rezepte und Beilagen. In Berlin serviert man es am liebsten klassisch mit Erbspüree.
Bratwurst
Bratwurst
Ein Text über deutsches Essen wäre unvollständig mit nur einem einzigen Wurstgericht. Die Bratwurst (von braten und Wurst) ist eine kleine Schweinswurst, die klassisch gebraten oder gegrillt wird. Auch wenn viele sie zuerst mit Süddeutschland und Bayern verbinden, ist die Bratwurst landesweit der absolute Star auf jedem Grill. Viel deutscher geht es kaum.
Königsberger Klopse
Königsberger Klopse Benreis, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons
Königsberger Klopse sind leckere Fleischbällchen, die mit Kapern in einer weißen Soße serviert werden. Sie gehören zu den bekanntesten regionalen Gerichten Deutschlands. Spannendes Detail: In der DDR wurde der Name Königsberger Klopse aus politischen Gründen* vermieden. Dort standen sie offiziell als „Kochklopse“ auf der Speisekarte. Wie so oft in der deutschen Küche gibt es dazu meistens Kartoffeln, manchmal aber auch Reis.
* Königsberg (wörtlich „königlicher Berg“) war einst eine preußische Stadt in Osteuropa. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von der UdSSR annektiert. Heute kennen wir die Stadt als Kaliningrad (benannt nach dem sowjetischen Kommunisten Michail Kalinin). Sie gehört zur Russischen Föderation.
Senfeier
Eier mit Senfsauce, also Eier in Senfsauce, sind ein typisch deutsches Gericht, das wir klassisch mit Kartoffeln essen. Die Eier werden dafür gekocht oder pochiert. Das Wichtigste ist natürlich die Senfsauce, die großzügig über die Eier gegeben wird. Das Gericht stammt vermutlich aus Norddeutschland. Es klingt total simpel - und das liegt daran, dass es das auch ist! 🙂 Aber gute Küche muss nicht kompliziert sein. Ohne viel Schnickschnack, einfach nur lecker.
Maultaschen
Maultaschen MOs810, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
Der Begriff Maultaschen bedeutet wörtlich so viel wie „Maultaschen“ oder „Mundtaschen“. Im Grunde ist es Nudelteig, der mit Hackfleisch (meist Schweine- oder Rindfleisch) und etwas Gemüse wie Spinat gefüllt wird. (Ja, auch wir Deutschen lieben Nudeln! :)) Die Spezialität stammt ursprünglich aus dem Südwesten Deutschlands, genauer gesagt aus Schwaben. Ihr könnt sie euch wie italienische Ravioli, polnische Pierogi, ukrainische Wareniki oder russische Pelmeni vorstellen. Allerdings sind Maultaschen deutlich größer als all diese Varianten.
Berliner Pfannkuchen
Pfannkuchen (Berliner Doughnut) Sebastian Koppehel, CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons
Wer im Englischen „Berliner“ sagt, meint meist eine Person, die in der deutschen Hauptstadt geboren wurde oder dort lebt. Es kann aber auch ein Donut mit Marmelade oder einer anderen süßen Füllung und Vanilleglasur gemeint sein. Dieser hat allerdings kein Loch wie typische amerikanische Donuts. Die Glasur besteht meist aus Zucker oder Vanille, während die Füllung aus Marmelade, Schokolade oder Creme bestehen kann. Der Berliner ist zweifellos eine der typischsten deutschen Süßspeisen mit einer langen Geschichte - die ältesten schriftlichen Rezepte stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Ein interessanter Fakt: „Ich bin ein Berliner!“ gehört zu den berühmtesten Sätzen der modernen deutschen Geschichte. Das Zitat stammt von US-Präsident Kennedy, der 1963 in West-Berlin vor dem Rathaus Schöneberg eine inspirierende Rede vor einer halben Million Menschen hielt. Danach kursierten in Amerika viele Witze über den Ausdruck ein Berliner. Es hieß, der unbestimmte Artikel „ein“ führe zu einem Missverständnis und die Deutschen hätten „Ich bin ein (Berliner) Gebäck“ statt „Ich bin ein Berliner (Bürger)“ verstanden. Das ist jedoch ein Irrglaube. Für deutsche Ohren ist der Satz grammatikalisch völlig korrekt. Außerdem nennen echte Berliner das Gebäck ohnehin nicht Berliner. Sie verwenden stattdessen den Begriff „Pfannkuchen“.
Apfelstrudel
Apfelstrudel © Traumrune / Wikimedia Commons
Der Apfelstrudel ist ein weiteres sehr beliebtes Gericht der deutschen Küche, auch wenn er ursprünglich aus Österreich stammt. Das Wort „Strudel“ bedeutet eigentlich so viel wie „Wasserstrudel“. Dafür wird ein dünner Teig um eine Fruchtfüllung gerollt und anschließend gebacken. Oft verfeinert man die Füllung noch mit Rosinen, Zimt und Zucker. Meistens wird der Strudel mit leckeren Beilagen serviert, zum Beispiel mit Eis, Vanillesauce, Pudding oder Schlagsahne. Das Dessert hat seinen Ursprung in Wien, der Hauptstadt des Habsburgerreiches. Von dort aus verbreitete es sich in der restlichen Monarchie und den Nachbarländern. Deshalb ist der Apfelstrudel heute nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in ganz Mittel- und Osteuropa sehr beliebt. Ein Stück Apfelstrudel ist einfach der perfekte süße Abschluss für jedes Essen.
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