Die 7 besten Museen in Posen - eine Auswahl von Walkative
Entdecken Sie unsere Top 7 Museen in Poznań - von Geschichte und Kunst bis hin zu einzigartigen lokalen Traditionen.
Culture • Practical Tips • 7 Min. Lesezeit
Egal, ob Sie Schutz vor einem Regenschauer suchen oder tiefer in Polens Geschichte und Kultur eintauchen möchten: Die Museen in Poznań öffnen Ihnen die Türen zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In diesem Guide zeigen wir Ihnen einige der spannendsten Museen der Stadt für einen rundum gelungenen Besuch.
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1. Enigma Cipher Centre
Foto: Dominika Byglewska
An diesem interaktiven Ort lernen wir auf unterhaltsame Weise, wie man Codes verschlüsselt und knackt. Wir tauchen ein in die Geschichte von drei Studenten der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań: Rejewski, Różycki und Zygalski. Nach einem Kryptologie-Kurs wurden sie vom polnischen Chiffrenbüro eingestellt. Dort begannen sie, die Enigma-Codiermaschine der Nationalsozialisten zu entschlüsseln. Sie gaben ihre Ergebnisse an die Briten und Franzosen weiter - ein entscheidender Schritt, der den Zweiten Weltkrieg verkürzte und Millionen Leben rettete. Wer sich selbst wie ein berühmter Kryptologe fühlen möchte, ist hier genau richtig. Das Zentrum steht exakt dort, wo einst das Chiffrenbüro arbeitete. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Originalgebäude existiert zwar nicht mehr, doch auch der heutige Bau hat Geschichte geschrieben: Während des Kommunismus war hier der Sitz der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, später die historische Fakultät der Universität. Unser Tipp: Prüfen Sie vorab online oder telefonisch, ob Tickets verfügbar sind, da das Zentrum oft sehr gut besucht ist. Planen Sie für die Ausstellung etwa 2,5 bis 3 Stunden ein. Am Eingang bekommen Sie einen Audioguide (verfügbar auf Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch und Ukrainisch), der Sie durch alle Details führt.
2. Fort VII - Museum der Märtyrer von Großpolen
Dieses Museum am Stadtrand von Posen widmet sich der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg. Kurz nach dem Überfall auf Polen machten die Nationalsozialisten aus der ehemals größten preußischen Festung im Osten das erste Konzentrationslager auf polnischem Boden. Es galt als eines der grausamsten Lager überhaupt und wurde auch das „Lager der blutigen Rache“ genannt. Zu den Opfern zählten großpolnische Intellektuelle, ehemalige Aufständische und später auch Mitglieder von Untergrundorganisationen. Die Bedingungen waren so extrem, dass Häftlinge eine Verlegung in berüchtigte Lager wie Auschwitz, Groß-Rosen oder Buchenwald sogar als Erleichterung empfanden. Hier wurden zudem die ersten Gaskammern getestet: Im Oktober 1939 ermordeten die Besatzer darin Hunderte Patienten der Psychiatrie in Owińska und der Posener Universitätsklinik. Heute erinnert das Museum der Märtyrer Großpolens an dieses dunkle Kapitel der Geschichte. Zwar ist noch nicht die gesamte Ausstellung ins Englische übersetzt, aber daran wird bereits gearbeitet. Sie besteht aus zwei Teilen: Der erste widmet sich dem Konzentrationslager und seinen Häftlingen, der zweite der Geschichte der Festung selbst. Zum Museum gelangen Sie am besten mit der Straßenbahnlinie 17 in Richtung Ogrody und einem anschließenden 20-minütigen Fußweg. Wie in den meisten Posener Museen ist der Eintritt dienstags frei; ansonsten kostet ein reguläres Ticket nur 6 PLN. Denken Sie an kalten Tagen unbedingt an warme Kleidung, da ein Teil der Ausstellung im Freien liegt und nicht alle Räume beheizt sind.
3. Museum für Angewandte Kunst

Das einzige Museum seiner Art in Polen zeigt Alltagsgegenstände ab dem Mittelalter. Drinnen entdecken wir historische Wohnaccessoires, Besteck und Möbel. Waffenliebhaber können sich auf historische Stücke aus Polen und anderen Ländern freuen. Ein echtes Highlight ist ein Pferd samt Sattel, der vermutlich aus der Schlacht am Kahlenberg bei Wien stammt. Dort stoppte der polnische König Jan III. Sobieski die türkische Expansion in Europa - ein enorm wichtiges Ereignis für Polen. Im obersten Stockwerk können wir historische Adelsgewänder nicht nur bewundern, sondern sogar selbst anprobieren. Das Ticket beinhaltet auch den Zugang zum Panoramaturm des Schlosses. Von dort oben genießen wir einen fantastischen Blick auf die Altstadt, das Kaiserviertel und die Dominsel. Das ist der aktuell höchste Aussichtspunkt in Posen! Nach dem Besuch nehmen wir nicht nur tolle Fotos mit, sondern auch spannendes Wissen. Wir erfahren zum Beispiel, was die Menschen im 18. Jahrhundert gefrühstückt haben. Dienstags und im gesamten November ist der Eintritt frei. Studierende unter 26 Jahren erhalten mit Ausweis eine deutliche Ermäßigung.
4. Nationalmuseum - Hauptgebäude in den Aleje Marcinkowskiego

Einst von und für Preußen erbaut, beherbergt das Museum heute paradoxerweise eine riesige Sammlung polnischer Kunst. Meisterwerke von Künstlern wie Matejko, Boznańska und Wyspiański bringen uns die polnische Kultur näher. Wir finden hier auch die größte Werksammlung von Jacek Malczewski, dem berühmtesten polnischen Symbolisten. Wundern Sie sich nicht über die ungewöhnlichen Sargporträts: Im 17. und 18. Jahrhundert feierte der Adel seine Beerdigungen äußerst pompös. Vor der Zeremonie fertigten Künstler realistische Porträts der Verstorbenen an. Die Pompa funebris dauerte oft mehrere Tage und zog Hunderte Gäste an. Mit Musik, Gedichten und Paraden ehrte man die Toten und feierte den Sieg des Lebens über den Tod. Um die Menschen auf das unvermeidliche Ende vorzubereiten, gab es sogar Handbücher über das gute Sterben. Diese Bestattungskultur ist typisch polnisch - und Posen ist der perfekte Ort, um sie zu entdecken. Ebenfalls sehenswert sind die spanische Barockkunst und wertvolle deutsche Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts. Verpassen Sie auf keinen Fall den Strand von Pourville. Dieses Gemälde wurde einst von einem Bauarbeiter gestohlen und zehn Jahre lang versteckt! Er hatte sich bei der Arbeit in Frankreich in die Impressionisten verliebt und konnte einfach nicht widerstehen. Er bewahrte das Bild hinter seinem Schrank auf, um es immer wieder heimlich zu betrachten. Kunstliebhaber sollten auch die anderen Zweigstellen des Nationalmuseums besuchen, wie zum Beispiel das Schloss Rogalin, das wir hier genauer vorstellen. Übrigens: Dienstags ist der Eintritt frei.
5. Martinshörnchen-Museum

Dieses private Museum ist bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Hier erleben Sie eine unterhaltsame Vorführung rund um unsere regionale Spezialität - das Martinshörnchen (hier mehr dazu lesen). Ganz nebenbei schnappen Sie auch etwas vom lokalen Dialekt auf. Die Show dauert 50 Minuten. Kommen Sie am besten 10 Minuten früher, um sich einen guten Platz zu sichern. Natürlich dürfen Sie das Hörnchen währenddessen auch probieren! Je nach Jahreszeit gibt es englischsprachige Vorführungen - im Sommer täglich, im Frühling, Herbst und Winter nur samstags und sonntags. Das Museum liegt direkt gegenüber dem Alten Rathaus in einem der am besten erhaltenen Bürgerhäuser der Posener Altstadt.
6. Porta Posnania
Foto von Gosia Tylińska
Dieses interaktive Zentrum - das sich selbst bewusst nicht als Museum bezeichnet - ist der perfekte Ort, um die Geschichte der Dominsel und Polens zu verstehen. Statt klassischer Ausstellungsstücke erwarten Sie hier vier Räume voller spannender Geschichten. Sie erfahren alles über die ersten Herrscher des Landes und die wichtigsten Ereignisse der Posener Stadtentwicklung. Die Porta Posnania bereitet Sie optimal auf Ihre eigene Erkundung der Dominsel vor. Im Mittelpunkt stehen die Anfänge des polnischen Staates, die Stadt Posen und Polens erste Kathedrale. Ein Audioguide führt Sie durch die Ausstellung (verfügbar auf Deutsch, Englisch, Polnisch, Spanisch, Französisch, Tschechisch, Ukrainisch und Russisch). Für Kinder gibt es eine speziell angepasste Tour. Planen Sie für den Besuch etwa zwei Stunden ein. Wir empfehlen Ihnen, sich das Gebäude auch von außen anzusehen: Es ist faszinierend, wie sich die moderne Architektur in die alten preußischen Festungsanlagen und die Natur der Dominsel einfügt.
7. Fotoplastykon Poznański

Diese charmante Maschine gilt als echter Vorläufer des Kinos. Sie ist vielleicht kein klassisches Museum, aber definitiv einen Besuch wert! In rund einer halben Stunde reisen wir durch 3D-Stereofotos in die Vergangenheit und entdecken das alte Poznań. Bilderserien wie Die Geschichte der Internationalen Messe Poznań, Poznań an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert oder Mit Paweł Edmund Strzelecki um die Welt laden zum Staunen ein. Früher war dieses Gerät - oft Kaiserpanorama genannt - bei den Einheimischen extrem beliebt. Wann genau es nach Poznań kam, ist heute nicht mehr ganz klar. Es gibt zwar Hinweise auf ein Kaiserpanorama in der Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sicher ist aber: Das heutige Gerät im Kulturinformationszentrum begeisterte die Menschen schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits 65 Jahre zuvor, im Jahr 1880, erfand der deutsche Unternehmer August Fuhrmann das allererste Kaiserpanorama. Daran konnten 25 Personen gleichzeitig Bilder betrachten. Das 2014 restaurierte Exemplar in Poznań ist eines der wenigen, die in Polen noch erhalten sind. Weitere finden wir in Łódź, Warschau und im Muzeum Fabryka Emalia Oskara Schindlera in Krakau. Das Panorama ist von Montag bis Samstag zugänglich. Für nur 6 zł bietet es tolle Unterhaltung und lässt uns direkt in die Vergangenheit eintauchen.
Wir hoffen, unsere Auswahl der besten Museen in Poznań hat Ihnen gefallen. Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen, das ein oder andere selbst zu entdecken!
Für Sie geschrieben von Zuza Michalska
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