Sightseeing in Neapel: Die 8 interessantesten Museen
Neapels Museen: Wir entdecken Fundstücke aus Pompeji, Renaissance-Kunst im Capodimonte, den „Verhüllten Christus“ in der Cappella Sansevero, Bourbonen-Paläste und den Schatz des San Gennaro.
Culture • History • 6 Min. Lesezeit

Stellen Sie sich vor: Der perfekte Städtetrip! Ein strahlend blauer Himmel über Ihnen, eine faszinierende Stadt mit unzähligen historischen Sehenswürdigkeiten und engen Gassen, die sich zwischen gemütlichen Straßencafés und köstlichen Bistros schlängeln. Oder hören Sie beim Gedanken an Urlaub sofort das Rauschen des Meeres, das Kreischen der Möwen und riechen den Duft von frischen Früchten und aromatischer Pizza? Wenn das nach Ihrem Traumurlaub klingt, dann ist Neapel Ihr ideales Reiseziel! Museen, Strände, prächtige Paläste, spannende Touren und Restaurants mit regionaler Küche werden Sie begeistern.
Wenn Sie dann in Neapel sind und die reiche Geschichte und Kultur der Stadt erkunden möchten, gibt es einige Museen, die Sie unbedingt besuchen sollten. Welche davon sind die interessantesten? Wir verraten es Ihnen in diesem Artikel!
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1. Das Nationale Archäologische Museum Neapel
Das Nationale Archäologische Museum Neapel (Museo Archeologico Nazionale) beherbergt eine so beeindruckende Sammlung, dass es zu den wichtigsten archäologischen Museen weltweit zählt – nicht nur in Europa! Jeder Geschichtsliebhaber, besonders der antiken Geschichte, muss dieses Museum einfach besuchen. Hier sehen Sie zahlreiche antike Skulpturen, darunter den Herakles Farnese, den Atlas Farnese und die Venus Kallipygos. Letztere, wörtlich übersetzt „Venus mit schönem Gesäß“, stammt aus dem 2. Jahrhundert.
Ebenfalls bemerkenswert ist die Sammlung von Edelsteinen, die mit filigranen Miniaturreliefs verziert sind und im Römischen Reich sehr beliebt waren. Ein absolutes Highlight ist die wunderschöne, aufwendig geschnitzte Tazza Farnese, eine 20 cm große Achat-Gemme.
Am bekanntesten ist das Museum jedoch für seine außergewöhnliche Sammlung an Artefakten aus Pompeji, jener antiken Stadt, die durch einen Vulkanausbruch zerstört wurde. Hier sehen Sie unter anderem wunderschöne Mosaike, wie die berühmte Alexanderschlacht.
2. Museum Capodimonte
Das Museum Capodimonte (Museo di Capodimonte) ist in einem prächtigen Palast aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, den Karl III. – der spätere König von Spanien – erbauen ließ. Es beherbergt eine der schönsten Kunstsammlungen Neapels!
Karl III. legte mit der Unterstützung seiner Kunstmäzene eine beeindruckende Gemäldesammlung an. Darunter waren Meisterwerke von Tizian, El Greco und Pieter Bruegel dem Älteren. Heute beherbergt dieses neapolitanische Museum auch bedeutende Werke von Caravaggio (Die Geißelung Christi), Raffael (Porträt von Kardinal Alessandro Farnese), Bellini, Carracci und vielen anderen italienischen Malern. In den oberen Etagen entdecken wir neben neapolitanischer Malerei und Werken der Caravaggisten auch eine Abteilung für Kunst des 19. Jahrhunderts und moderne Kunst. Im Salon der Farnese-Galerie und in den Königlichen Gemächern sehen wir neben den Gemälden auch eine reiche Sammlung von Porzellan, edlem Schmuck und Möbeln aus dem 18. Jahrhundert.3. Sansevero-Kapelle
Im Herzen des historischen Zentrums von Neapel, nahe der Kirche San Domenico Maggiore, liegt die Sansevero-Kapelle (Cappella Sansevero, auch bekannt als Pietatella). Obwohl es hier nur etwa dreißig Kunstwerke zu sehen gibt, sollten Sie sich unbedingt Zeit für dieses außergewöhnliche Museum nehmen. Neapel ist reich an wunderschönen Gebäuden, doch die Cappella Sansevero ist ein wahres architektonisches Juwel. Hier bestaunen wir den berühmten Christus im Leichentuch. Diese Marmorskulptur ist so filigran gearbeitet, dass man einst glaubte, sie sei durch alchemistische Praktiken entstanden. Auch andere Kunstwerke in der Pietatella sind sehr berühmt. Dazu zählen besonders die "Verhüllte Wahrheit" und "Il Disinganno" ("die Befreiung von Täuschung" oder "die Zerstreuung der Illusion"). Beide Skulpturen demonstrieren auf unglaubliche Weise die Leichtigkeit und Luftigkeit, die die Künstler aus schwerem Marmor herausarbeiteten. Bitte beachten Sie: Um die Sansevero-Kapelle zu besichtigen, müssen Sie Ihren Besuch online buchen.4. Der Königliche Palast von Neapel
Der Königliche Palast von Neapel (Palazzo Reale) war, genau wie Capodimonte, eine der ehemaligen Residenzen der Bourbonen-Dynastie. Seit dem 17. Jahrhundert wurde der Palast mehrfach umgebaut und erweitert. Heute beherbergt er unter anderem Italiens Nationalbibliothek, das älteste Opernhaus des Landes, das Teatro San Carlo, und ein Museum. In seinen Sammlungen entdecken wir wunderschöne Wandteppiche, antike Uhren und Möbel, deren älteste Stücke noch aus der Zeit Karls III. stammen. Dazu kommen zahlreiche Skulpturen und Gemälde. Eine Tour hier lohnt sich besonders, um den Thronsaal der neapolitanischen Herrscher zu besichtigen. Außen schmücken Statuen den Palazzo Reale, die Herrscher aller Dynastien seit der Gründung des Königreichs darstellen. Sie finden den Königlichen Palast an der Piazza del Plebiscito.
5 Kartause San Martino
Die ehemalige Kartause San Martino (Certosa di San Martino), ein Klosterkomplex des Kartäuserordens, thront hoch auf dem Vomero-Hügel. Von hier aus genießen wir einen wunderschönen Blick über die Bucht und ganz Neapel. Das Museum wurde bereits im 19. Jahrhundert, nach der Einigung Italiens, gegründet und ist bis heute für Besucher geöffnet. Ein Spaziergang durch die ruhigen Gärten ist ein besonderes Erlebnis – von hier blicken wir auf das geschäftige Treiben der Stadt hinab. Das eigentliche Highlight ist aber der Besuch des Klosterinneren: Die reich verzierten Räume, zahlreichen Skulpturen und außergewöhnlichen Gewölbemalereien werden jeden Kunstliebhaber beeindrucken.
6. Das Schatzmuseum von San Gennaro
Das Neapolitanische Schatzmuseum von San Gennaro (Museo del Tesoro di San Gennaro) wurde 2003 in der Kathedralenkapelle eröffnet. Hier sehen wir zahlreiche kostbare Votivgaben, die dem Stadtpatron, dem Heiligen Januarius (San Gennaro), aus Dankbarkeit geschenkt wurden. Diese Tradition reicht Hunderte von Jahren zurück: Nicht nur einfache Gläubige, sondern auch Könige und Päpste brachten dem Tempel ihre Gaben dar. Deshalb ist die Museumssammlung außergewöhnlich reichhaltig. Einigen Quellen zufolge machte sogar Napoleon Bonaparte Geschenke an San Gennaro.
Die Ausstellung zeigt unter anderem eine unbezahlbare Mitra, die mit Edelsteinen besetzt ist. Sie glänzt mit sage und schreibe 3326 Diamanten, 164 Rubinen und fast 200 Smaragden! Man sagt, die Sammlung dieses kleinen Museums in Neapel sei wertvoller als die britischen Kronjuwelen.
7. MADRE – Museo d'Arte Contemporanea Donnaregina
Das Museo d'Arte Contemporanea Donnaregina (MADRE) ist das einzige Museum auf unserer Liste, das sich ganz der zeitgenössischen Kunst widmet. Wer Künstler wie Andy Warhol, Sol LeWitt, Mimmo Paladino, Richard Long, Jeff Koons oder Francesco Clemente mag, ist im MADRE genau richtig! Es liegt im historischen Teil der Stadt, im Palazzo Donnaregina aus dem 19. Jahrhundert. Das Gebäude begeistert auch Architekturliebhaber. Das dreistöckige Haus zeigt eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst – sowohl von italienischen als auch von internationalen Künstlern.
8. Die Gallerie d'Italia in Neapel
Zum Abschluss unserer Museumsreise besuchen wir die berühmte Gallerie d'Italia in Neapel. Dieses Museum hat übrigens auch Standorte in Mailand, Turin und Vicenza. Für Liebhaber zeitgenössischer Kunst: Die Neapolitanische Gallerie d'Italia widmet einen Teil ihrer Dauerausstellung der Malerei des 20. Jahrhunderts. Aber keine Sorge, wenn Sie eher Werke von Caravaggio oder Guarini bevorzugen! Auch diese Meister sind in der umfangreichen Sammlung vertreten. Ein besonderes Highlight ist Caravaggios letztes Gemälde: Das Martyrium der Heiligen Ursula. Er vollendete es nur wenige Wochen vor seinem Tod.
Ob antike Kunst, Meisterwerke der Neapolitanischen Schule oder Gemälde des 20. und 21. Jahrhunderts - die Museen in Neapel bieten eine beeindruckende Vielfalt! Wir hoffen, diese Liste hilft Ihnen, genau die Museen zu entdecken, die Sie am meisten interessieren.
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