7 sehenswerte Museen in Krakau - ein kuratierter Guide
Wir besuchen Krakaus wichtigste Museen: Schindlers Fabrik, das Czartoryski-Museum mit der 'Dame mit dem Hermelin', Rynek Underground, Wawel, das Galicia Jewish Museum und Manggha.
Culture • History • 6 Min. Lesezeit
Krakau steckt voller Geschichte und Kultur. Das spürt man auch an der großen Museumslandschaft: Sie gibt spannende Einblicke in das Erbe der ehemaligen polnischen Hauptstadt. Von bewegenden Erinnerungen an die Kriegsjahre über den Glanz königlicher Traditionen bis zu überraschenden Funden unter der Erde: Die Museen sind hier nicht nur zum Lernen da, sondern helfen dir, die Stadt - und oft auch Polen - wirklich zu verstehen. Manche werden dich vielleicht sogar überraschen, weil sie nicht dem entsprechen, was man spontan mit Polen verbindet. Neugierig? Dann lies weiter und entdecke einige der spannendsten Museen in Krakau.
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Schindler's Factory Museum: Ein Zeugnis der tragischsten Kapitel der Stadt
Weltweit bekannt durch Steven Spielbergs Film "Schindler's List" wurde Oskar Schindlers Emaillefabrik zu einem Museum, das die Kriegszeit in Krakau dokumentiert. In eindrucksvoll gestalteten Ausstellungen lernst du, wie die Menschen in der Stadt die NS-Besatzung erlebt haben - mit besonderem Fokus auf Schindlers Rettungsaktionen für jüdische Menschen. Trotzdem lohnt es sich, mit realistischen Erwartungen zu kommen: Auch wenn die Ausstellung im ursprünglichen Bürogebäude der Fabrik untergebracht ist, haben nur wenige Räume ihren originalen Charakter bewahrt. In der kommunistischen Zeit geriet die Geschichte rund um Schindler's List weitgehend in Vergessenheit. Der Inhalt ist dennoch sehr dicht: Artefakte, persönliche Gegenstände, Interviews und Fotografien lassen die Jahre des Zweiten Weltkriegs eindrucksvoll lebendig werden. Wenn du den Besuch mit einer guten Erzählung verbinden möchtest, kannst du an einer unserer Touren teilnehmen. Erfahrene Walkative!-Guides helfen dir, den roten Faden zu behalten, das Wesentliche einzuordnen und dich nicht von der Menge an Details überrollen zu lassen.
Wenn du mehr Zeit hast und dich intensiver mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen beschäftigen willst, solltest du wissen: Schindler’s Factory ist Teil des sogenannten "Memory trail". Das ist eine Reihe städtischer Museen, die sich ergänzen und zusammen eine stimmige Perspektive auf menschliche Schicksale und Überlebensstrategien in dieser Zeit zeigen. Neben der Fabrik kannst du auch die Eagle Pharmacy besuchen (eine Apotheke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs im Ghetto) sowie die Pomorska street (ehemaliger Sitz der Gestapo und später der kommunistischen Geheimpolizei, mit Todeszellen).

Czartoryski Museum: Adliges Erbe aus Kunst und Geschichte
Wenn man diesen Ort in einem Wort beschreiben müsste, wäre es: „Die Dame“. Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ wirkt mindestens so rätselhaft wie die Mona Lisa in Paris. Trotzdem wäre es schade, nur ihretwegen zu kommen. Die Familie Czartoryski, eines der ältesten polnischen Adelsgeschlechter, hat über Generationen hinweg unzählige Kunstwerke bewahrt. So entstand die älteste Kunstsammlung des Landes. Nach der langen Renovierung des Czartoryski-Palasts zeigt sich das Museum heute besonders eindrucksvoll. In 26 Ausstellungsräumen auf zwei Etagen sehen wir unter anderem Rembrandt van Rijns „Landschaft mit dem barmherzigen Samariter“ und viele weitere Meisterwerke: nicht nur Malerei, sondern auch Skulpturen, Kunsthandwerk, Militaria und Kunstgewerbe.

Rynek Underground Museum: Auf Spurensuche im mittelalterlichen Krakau
Unter dem geschäftigen Krakauer Hauptmarkt wartet im Rynek Underground Museum eine verborgene Welt. Die unterirdische Ausstellung erzählt mit interaktiven Stationen, Multimedia und archäologischen Funden von der mittelalterlichen Stadt. Besucherinnen und Besucher tauchen in die Anfänge Krakaus ein, laufen über originale mittelalterliche Straßenzüge und sehen, wie der Alltag vor Jahrhunderten aussah. Und dann gibt es da noch einen Abschnitt über... Vampire. Oder das, was man damals dafür hielt. Ja, das schauen Sie sich am besten selbst an. Entdeckt wurde das alles bei einer der größten Ausgrabungen im Zentrum einer modernen europäischen Metropole, die 2005-2007 stattfand. Auch die Fotos dieser riesigen Arbeiten sind beeindruckend.

Wawel Castle & the Cathedral: Ikonen des polnischen Kulturerbes
An Krakaus bekanntesten Sehenswürdigkeiten kommt man nicht vorbei. Hoch über der Weichsel auf einem Kalksteinhügel gelegen und beim Spaziergang durch die Altstadt kaum zu übersehen: Das Königsschloss Wawel zeigt zahlreiche Ausstellungen, darunter königliche Gemächer mit prunkvollen Wandteppichen und repräsentativer Ausstattung. Direkt daneben steht die Wawel-Kathedrale. Ihre eindrucksvolle Architektur bewahrt Jahrhunderte polnischer Geschichte und künstlerische Schätze. Wer wirklich jede Ausstellung sehen will, sollte mindestens einen halben Tag einplanen. Es lohnt sich, vorher das Angebot anzuschauen und die Optionen auszuwählen, die Sie am meisten interessieren.

Galicia Jewish Museum: Erinnerung an jüdisches Leben bewahren
Mitten in Kazimierz, dem historischen jüdischen Viertel Krakaus, hält das Galicia Jewish Museum die Erinnerung an jüdisches Leben und Erbe in Galizien lebendig. Eindrucksvolle Ausstellungen, Fotografien und persönliche Geschichten zeigen die Geschichte und Kultur jüdischer Gemeinschaften in Polen und darüber hinaus. So bekommen Besucherinnen und Besucher ein besseres Verständnis für jüdische Identität, Widerstandskraft und den Beitrag zur Gesellschaft.

Manggha Museum of Japanese Art and Technology: Tradition trifft Moderne
Schon vom Wawel-Hügel aus sticht das Manggha Museum mit seiner ungewöhnlichen Form ins Auge. Direkt an der Weichsel zeigt es die Vielfalt und Schönheit japanischer Kunst und Technologie. Die umfangreiche Sammlung geht auf den Japan-Kenner des 19. Jahrhunderts Feliks „Manggha“ Jasieński zurück. Neben spannenden Wechselausstellungen ist das Haus auch für sein gutes Bistro bekannt. Dort gibt es eine kleine Prise Orient und eine angenehme Abwechslung zur polnischen Küche. Zusammen mit der schönen Terrasse an den Weichsel-Boulevards ist das der perfekte Ort für eine Mittagspause.

Nowa Huta Administrative Centre: Ein Blick in die kommunistische Zeit
Als der Kommunismus in Polen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg an die Macht kam, entstand in Krakau eines der größten urbanen Propagandaprojekte: eine neue Stadt für das sozialistische Volk. Sie wuchs in der Nachbarschaft eines gigantischen Molochs - des Lenin-Stahlwerks. Das Administrative Centre des Werks gehört heute einem großen Metallurgie-Konzern und wirkt stellenweise verlassen. Trotzdem bleibt es ein Musterbeispiel des sozialistischen Realismus. Und es zeigt den Prunk, mit dem sich die kommunistische Elite umgab, trotz des erklärten Ideals von Gleichheit und Solidarität.
Eine echte Rarität ist der Besuch der Schutzräume, die im Fall eines offenen Konflikts zwischen Ost und West als Krisenleitstelle gedacht waren. Es geht um einen echten Bunker, von dem aus Parteifunktionäre den Zivilschutz steuern und den Ost-West-Konflikt im Blick behalten sollten. Dazu kam es nie. Um die Stimmung dieser Jahre besser zu verstehen, lohnt sich der Besuch aber sehr. Wer dem kommunistischen Krakau wirklich näherkommen will, sollte die Foundation for the Promotion of Nowa Huta kontaktieren. Sie organisiert Gruppen- und Individualführungen über das Gelände.
Die sieben ausgewählten Museen in Krakau zeigen die Vergangenheit der Stadt aus ganz unterschiedlichen, lebendigen Blickwinkeln. Ob Sie in alte Straßen hinabtauchen, das Genie von Da Vinci bestaunen oder über die Widerstandskraft des Menschen in unruhigen Zeiten nachdenken: Jedes Museum eröffnet eine eigene Perspektive auf das vielschichtige Krakau. Zusammen mit der Erkundung der Stadt auf Walkative! walking tours bekommen Sie ein rundes Bild davon, was dieses Land, diese Stadt und ihre Menschen geprägt hat.
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